Umwelt

RWE vernichtet weitere tausende Arbeitsplätze - nicht "Energiewende", sondern Profitwirtschaft ist schuld

RWE vernichtet weitere tausende Arbeitsplätze - nicht "Energiewende", sondern Profitwirtschaft ist schuld
Für Maximalprofite will RWE massenhaft Leute entlassen - gleichzeitig wird mit Kohlekraftwerken das große Geld gemacht (foto: Cornelius Hansen)

14.11.13 - Der Energiekonzern RWE plant bis zum Jahr 2016 weitere 6.750 Arbeitsplätze zu vernichten. 4.750 Kolleginnen und Kollegen sollen in Deutschland ihren Job verlieren. Seit 2011 wurden schon über 6.000 Stellen gestrichen. Bis 2020 soll die Beschäftigtenzahl weiter von heute 69.000 auf 50.000 reduziert werden.

RWE-Chef Peter Terium will nach dem bis Ende 2014 laufenden Kürzungsprogramm "RWE 2015" außerdem mit "neuen Sparprogrammen nachlegen". Das soll eine Milliarde Euro bringen. Unter anderem sollen Löhne und Gehälter eingefroren werden. Ein ver.di-Sprecher dazu: "Das kommt nicht in die Tüte und dabei bleibt es."

Ein IG-Metall-Vertrauensmann meinte zu den Stellenstreichungen bei RWE: "Merkel zaubert ja immer neue Zahlen aus dem Hut, dass wir in Deutschland immer mehr Beschäftigte haben! Aber jede Woche, manchmal schon fast jeden Tag hört man von Entlassungen. Jetzt ist also wieder RWE dran. Die haben Unmengen in Offshore-Anlagen investiert, die keinen Strom liefern, weil nicht geklärt worden ist, wie der Strom in das Netz einspeist wird. Die Gas- und Kohlekraftwerke wurden noch ausgebaut, um schnell das große Geld zu machen. Und nun sollen die Beschäftigten dafür bluten, dass RWE sich verspekuliert hat. Das ist gar nicht einzusehen."

"Um zukünftig wieder profitabler zu werden", heißt es zur Begründung dieser Arbeitsplatzvernichtungs- und Kürzungs-Pläne aus der RWE-Konzernzentrale. Dabei liegen die 2013 erwarteten Gewinne vor Steuern bei etwa neun Milliarden Euro und damit nur etwas unter dem Vorjahreswert von 9,3 Milliarden Euro. 2014 rechnet der Konzern aber "nur noch" mit 7,6 bis 8,1 Milliarden Euro.

Weil es immer mehr günstigen Öko-Strom gibt, fällt der Börsenpreis. Damit sinken die Profite der Gas- und Kohlekraftwerke. Die Fotovoltaik verdrängt in Spitzenlastzeiten die Gaskraftwerke fast vollständig vom Markt. Im Zuge der anhaltenden Weltwirtschafts- und Finanzkrise kann der Stromverkauf auch nicht beliebig gesteigert werden. Mit der Abwälzung der Krisenlasten auf die Beschäftigten wollen die Energiekonzerne daher dem Fall der Profitrate entgegen wirken. Auch Konkurrent E.on plant, von 2010 bis 2015 rund 11.000 Jobs zu streichen.

Außerdem drängen die Energiekonzerne auf eine massive Kürzung der Ökostrom-Förderung. Dabei werden schon jetzt für die angebliche "Wettbewerbsfähigkeit" von Steinkohleverbrennung, Riesenwindparks und Atomstrom Unmengen staatlicher Subventionen gezahlt. So wurde Strom aus Atomanlagen sowie Öl-, Kohle- und Gaskraftwerken allein im Jahr 2011 in der EU mit 101 Milliarden Euro aus Steuermitteln subventioniert, erneuerbare Energien erhielten dagegen nur 30 Milliarden Euro. Die möglichen Koalitionspartner CDU/CSU und SPD planen entsprechend den Forderungen von RWE und E.on, die Gewinnung von erneuerbaren Energien nun noch weiter zu drosseln.

Tatsächlich könnten die CO2-intensiven Gas- und Kohle-Kraftwerke innerhalb weniger Jahre vollständig aus der Energielandschaft verschwinden. Die Umstellung auf erneuerbare Energien ist zur Rettung der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit dringend geboten. Sie kann nicht von den Profitinteressen der Energiemonopole abhängig gemacht werden.

Das darf aber nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen. Sie müssten gerade durch die vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien und auf eine konsequente Kreislaufwirtschaft auf Kosten der Profite der Energiekonzerne Ersatzarbeitsplätze erhalten. Wer einen nachhaltigen Schutz der natürlichen Umwelt und gleichzeitig dauerhafte Sicherheit der Arbeitsplätze will, der muss allerdings die kapitalistische Profitwirtschaft insgesamt infrage stellen. Sie ist mit den grundlegenden Lebensinteressen der Menschen nicht vereinbar.