Umwelt

Eine neue kämpferische Umweltbewegung prägt zunehmend den internationalen Weltklimatag

Eine neue kämpferische Umweltbewegung prägt zunehmend den internationalen Weltklimatag
Aktion in Stuttgart (rf-foto)

18.11.13 - Rund 200.000 Menschen aus 100 Ländern beteiligten sich noch im Dezember 2009 in Kopenhagen an Massenprotesten gegen den Weltklimagipfel der UNO. Am vergangenen Samstag waren es gerade einmal 2.500 bis 3.000 Demonstranten, die ihren Protest in Warschau vor den UNO-Weltklimagipfel 2013 trugen. Die mangelnde Organisierung der internationalen Beteiligung ist Ausdruck der Desorganisation, Desorientierung und Demoralisierung seitens der etablierten Umweltbewegung. Sie hat die Aktivitäten zum internationalen Weltklimatag weitgehend eingestellt oder auf einzelne symbolische Aktionen reduziert. Umso wichtiger, dass viele Aktionen anlässlich des Weltklimatages am vergangenen Samstag bereits im Zeichen einer neuen, kämpferischen Umweltbewegung standen. Ein Korrespondent der MLPD aus Warschau berichtet:

"Die Demonstration war vor allem bunt, laut und jung. Es waren vor allem Menschen, die nicht nur enttäuscht von der imperialistischen Klimapolitik sind, sondern auch offen werden für einen sozialistischen und revolutionären Weg. Unser großes Transparent war viel fotografiert und beachtet, viele Gespräche in vielen Sprachen wurden geführt, zahlreiche Interviews gegeben. Es gab ein unübersehbares Interesse an den revolutionären Positionen der ICOR und der Delegation aus Deutschland."

Die revolutionäre Weltorganisation ICOR akzeptiert nicht die Einstellung der Aktivitäten zum internationalen Weltklimatag. Zum dritten Mal rief sie 2013 weltweit zum internationalen Kampftag gegen die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen. Die europäischen ICOR-Kräfte waren mit einer Delegation in Warschau vertreten. Die MLPD beteiligte sich als Mitglied der ICOR an zahlreichen Aktivitäten in Deutschland und ergriff zusammen mit anderen Kräften der kämpferischen Umweltbewegung vielfach die Initiative dafür.

Aus dem Sauerland berichtet ein Korrespondent: "Die Schüler-Arbeitsgruppe 'Wir werden Umweltschützer' der Meinerzhagener Hauptschule hatte wochenlang einen Aktionsstand in der Fußgängerzone vorbereitet. Die 15 Schülerinnen und Schüler zeigten mit Physik-Experimenten, wie der künstliche Treibhaus-Effekt zustande kommt und wie elektrischer Strom ohne Massen an Treibhausgasen erzeugt werden kann. Die Schüler sammelten an und um ihren Stand Spenden für die Opfer der Taifun-Katastrophe und verkauften selbstgebackene Waffeln. Sie waren mächtig stolz auf 313 Euro in ihren Spendendosen, die über die 'Deutsch-Philippinischen Freunde e.V.' weitergeleitet werden. Die Meinerzhagener Rebellen hatten ihren Stand zum ICOR-Kampftag für die Rettung der natürlichen Umwelt direkt daneben aufgebaut. Dort konnte man an zwei von den Rebellen gebauten elektrischen Quiztafeln sein Umweltwissen testen."

Aus Husum berichtet ein Korrespondent: "Dem Aufruf der Husumer Regionalgruppe der Bürgerinitiative ‚Kein CO2-Endlager’ folgten über 40 feste Teilnehmer. Die Kundgebung mit offenem Mikrofon nahmen weit mehr Passanten und Wochenmarktbesucher interessiert wahr."

Weitere Berichte und Infos liegen vor aus Berlin, Frankfurt/Main, Bremen, Göttingen, Nürnberg Augsburg, Freiburg, Heilbronn, Schweinfurt, Saarbrücken, Stuttgart, Sindelfingen, Essen, Halle, Albstadt, Karlsruhe, Lübeck, Ludwigsburg, Mannheim, Reutlingen, Erfurt, Tübingen, Braunschweig und vom Bodensee. Aktionen gab es auch an den sechs AKW-Standorten Neckarwestheim, Philippsburg, Grafenrheinfeld, Isar, Grohnde sowie Lingen. In Gelsenkirchen kamen am Samstag rund 300 Besucherinnen und Besucher zur Veranstaltung "Unsere Kinder und Enkel klagen an! Tickende Giftmüllbombe unter dem Ruhrgebiet". Viele von ihnen waren zuvor bereits bei einer Demonstration in Essen mit rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gewesen, die um eine Minute vor 12 Uhr startete (mehr).

Auch international gab es viele Aktivitäten. So demonstrierten Zehntausende in Neapel gegen illegale Mülldeponien. Aus Russland berichtet die ICOR-Organisation Marxistisch-Leninistische Plattform Russland von Mahnwachen in sieben Städten - in Moskau, Jaroslawl, Sankt Petersburg, Krasnojarsk, Nizhnij Tagil, Saratow und Nizhnij Nowgorod: "Damit wurde gegen den Bau neuer Atomkraftwerke auf dem Territorium der russischen Föderation protestiert sowie die Schließung der alten AKWs gefordert. Außerdem wurde gefordert, dass Schluss gemacht wird mit der Umwandlung Sibiriens in eine Müllhalde für abgebrannte Atomabfälle."

Zu Aktionen aufgerufen hatten auch ICOR-Organisationen in der Demokratischen Republik Kongo, in Marokko, Afghanistan, Bangladesch, Indien, Iran, Bulgarien, Luxemburg, Niederlande, der Schweiz, Slowakei, Türkei, Ukraine, in Kolumbien, der Dominikanischen Republik, in Panama, Paraguay und den USA.

Eine internationale Widerstandsfront gegen die Zerstörung der menschlichen Lebensgrundlagen ist heute nötiger denn je. Heute begann in Fukushima die Bergung von 400 Tonnen abgebrannter Brennelemente. Sie müssen schnellstens entfernt werden, weil die beschädigte Anlage einsturzgefährdet ist. Sollte es bei der hoch komplizierten Bergung zu einem Unfall gekommen, besteht die Gefahr der Freisetzung von Radioaktivität der tausendfachen Menge der Hiroshima-Atombombe. Große Teile Japans würden dann unbewohnbar werden. Das hält die Herrschenden nicht von der Nutzung der unbeherrschbaren Atomenergie ab. Im Gegenteil waren Ende Dezember 2012weltweit 437 Kraftwerke in Betrieb. 68 weitere befinden sich bereits im Bau. Derzeit planen nach offiziellen Angaben der World Nuclear Association 26 Länder mindestens 156 zusätzliche neue Kernreaktoren.

Die kommende Wochenausgabe der "Roten Fahne" erscheint an 22. November. Sie wird weiter berichten und kann hier bestellt werden.