Wirtschaft

Über acht Wochen Streik bei Norgren - Belegschaft steht vor Entscheidung

Über acht Wochen Streik bei Norgren - Belegschaft steht vor Entscheidung
Für die tepfere Belegschaft von Norgren kommt der Tag der Entscheidung rf-foto

Esslingen (Korrespondenz), 03.12.13: Die streikenden Norgren-Kolleginnen und Kollegen haben in ihrem Streikzelt ein Bild von Asterix und Obelix. So sehen sie sich auch: Das kleine Großbettlingen im Widerstand gegen den großen IMI-Konzern. Asterix und Obelix haben ihren Kampfgeist nie verloren und so ist das auch bei der Norgren-Belegschaft. Dennoch: Am Donnerstag, den 5. Dezember stehen sie in der Urabstimmung vor der schwierigen Entscheidung: Annahme des Verhandlungsergebnisses vor der Einigungsstelle oder Fortsetzung des Kampfes gegebenenfalls auch selbständig.

Betriebsrat und Geschäftsleitung hatten sich am Dienstag letzter Woche auf einen Sozialplan geeinigt. Einmal mehr erweist sich der Kampf um einen Tarifvertrag "Sozialplan" (Sozialtarifvertrag) als Sackgasse im Kampf um jeden Arbeitsplatz. Denn Verhandlungen über eine "Sozialplan" beinhalten von Anfang an die Akzeptanz der Arbeitsplatzvernichtung bis hin zur Werkschließung.

Die Fertigung des Pneumatik-Autozulieferers soll nach dem Einigungsstellenergebnis zum Jahresende nach Tschechien verlagert werden. Die Vereinbarung sieht weiter vor, dass 24 Kolleginnen und Kollegen ein Ersatz-Arbeitsplatz im 50 km entfernten Zweigwerk in Fellbach angeboten wird. Es soll eine zweijährige „Transfergesellschaft“ geben, sowie Abfindungen etwa in der Höhe eines Monatseinkommens pro Beschäftigungsjahr. Auch für die befristet eingestellten Kollegen.

Die Kolleginnen und Kollegen, die tapfer den Kampf um ihre Arbeitsplätze führen wollten und die tagelange Mahnwachen gehalten und faschistoiden Securyties der Geschäftsleitung getrotzt haben, sollen bei dieser Abstimmung jetzt die Schließung ihres Werks absegnen. Es gibt einige Stimmen unter den Kollegen, die das nicht mitmachen wollen.