Politik
Von draußen vom Walde komm ich her ...
Krefeld (Korrespondenz), 04.12.13: Am 2. Dezember erschien der Nikolaus auf der Montagsdemo in Krefeld und trug folgendes Gedicht vor:
Von draußen vom Walde komm ich her,
was ich da sehe, empört mich sehr
ich sehe Väter von Voith und Outokumpu – ehemals Thyssen,
die um ihre Arbeitsplätze kämpfen müssen.
Einer sagt, was mache ich ohne Lohn?
Wie soll ich großziehn meinen Sohn?
Und wo bitte solln unsere Blagen
Hinterher noch Arbeit haben?
Ich sehe Mütter - alleinerziehend zum Teil.
Den ganzen Tag sind sie in Eil,
um für sich und ihre Lieben
das Leben halbwegs hinzukriegen.
Ich sehe die Klimakatastrophe am Horizont
Und 'nen Weltklimagipfel, für den sich das Fahrgeld nicht lohnt.
Die große Koalition, welch Possenstück,
nimmt alles zum Klimaschutz erst mal zurück.
Mit Autobossen ist Merkel ganz eng liiert,
das zeigt sie auch ganz ungeniert:
er küsst die Hand, sie nimmt den Scheck
und schon sind Abgasnormen weg.
Ich sehe Menschen die vor Hunger fliehen – auch Frauen,
weil Apple, Siemens und Co aus ihren Ländern den Reichtum klauen.
Siehst Du denn nur Schlimmes? Fragen die Kinder.
Ist denn bei Nikoläusen immer nur Winter?
Nein, ich sehe viele Menschen, die denken:
Da muss sich doch endlich gründlich was ändern.
Ich sehe Kinder, die sich organisieren,
und als Umweltkämpfer bei den Rotfüchsen engagieren.
Ich sehe Menschen auf der ganzen Welt,
die sich zusammentun mit wenig Geld
für eine Zukunft für die Großen und Kleinen,
damit keiner soll mehr vor Hunger weinen.
Damit keiner von der Arbeit anderer wird reich
Und die Erde für die Menschen bewohnbar bleibt.
Und die Menschen mit Arbeit oder Hartz 4
Stehen seit neun Jahren am ersten Montag im Monat hier.
Das macht mir Mut, drum will ich hoffen,
ihr kommt alle zur Montagsdemo in vier Wochen.
Damit wir uns bald wiedersehn,
tragt Euch ein in die Liste, das wäre schön.
Und nun kommt her und erzählt Eure Wünsche und Sorgen.
Sie sind wichtig und blieben uns sonst verborgen.
Nur gemeinsam sind wir stark und können was erreichen,
jeder der mitmacht, gibt den andern ein Zeichen.