Politik

Schülerdemo gegen die Abschiebepolitik in Hamburg

Schülerdemo gegen die Abschiebepolitik in Hamburg
(rf-foto)

Hamburg (Korrespondenz), 13.12.13: Über 5.000 Menschen im Alter zwischen 11 und 25 Jahren - vorwiegend Schüler - demonstrierten am Donnerstag, den 12. Dezember, durch die Hamburger Innenstadt gegen die rigorose Abschiebepolitik des Hamburger SPD-Senats. Die Schüler forderten neben dem Bleiberecht und der Arbeitserlaubnis für alle Flüchtlinge auch den Rücktritt des Innensenators Neumann (SPD).

Die Solidarität galt konkret etwa 300 Lampedusa-Flüchtlingen, die in den letzten Monaten vom Hamburger Senat mit Polizei-Kontrollen und der ständigen Abschiebedrohung drangsaliert wurden. Mit großer Begeisterung wurden Parolen gerufen wie "Hoch die internationale Solidarität".

Zahlreiche Schüler wandten sich gegen die Vorfeld-Medienhetze der letzten Tage, dass sie sich ja nur vor dem Unterricht drücken wollten. Die Schulbehörde hatte angekündigt, gegen das "Schwänzen" vorzugehen. Viele gaben mit großem Ernst Interviews über ihre Motive am heutigen Tag. Marlene, 15 Jahre, von der Max-Brauer-Schule in Hamburg-Altona: "Ich glaube, dass die Menschen vor den Verhältnissen in ihren Heimatländern geflüchtet sind ... Die Hauptgründe waren da, die Lebensbedingungen durch Krieg, auch Umweltzerstörung. Und hier bei uns werden sie wieder diesen ständigen Personenkontrollen ausgesetzt, das ist ja schrecklich für sie."

Zahlreiche REBELL-Flyer wurden verteilt. Darin wurde aufgerufen, gegen die Wurzel des Übels der weltweiten Flüchtlingsströme anzugehen, gegen das kapitalistische Profitsystem. Es gab viele interessierte Diskussionen mit den Verteilern und etliche dieser Flyer wurden ausgefüllt zurückgegeben, mit dem Wunsch, weitere Kontakte zu bekommen.