Betrieb und Gewerkschaft

Betriebsversammlung bei Ford in Köln: Standorterpressung stößt auf breite Kritik

Köln (Korrespondenz), 16.12.13: Auf der Betriebsversammlung am 9. Dezember gab die Geschäftsleitung von Ford in Köln bekannt, dass das nächste Modell des Fiesta ab 2017 aus Kostengründen eventuell nicht mehr in Köln gebaut werden soll. Kolleginnen und Kollegen verschiedener Werksteile hielten kämpferische Reden. Auf die Kostendiskussion ließ sich außer dem Betriebsrats-Vorsitzenden keiner ein. Die Redner aus der Belegschaft wiesen nach, dass es schließlich die Geschäftsleitung in der Hand hat, was wo gebaut wird, und nicht der Belegschaft die Schuld geben kann, wenn Köln nicht ausgelastet ist.

Die von Ford systematisch geschürte Konkurrenz mit dem rumänischen Werk, das auch den Fiesta baut, wurde von einem Kollegen entlarvt. Er lehnte es ab, sich gegeneinander ausspielen zu lassen. Ein wütender Kollege ergriff das Wort, weil er die Klagen über den Krankenstand nicht mehr hören könne. "Wir sind eine sehr gute Belegschaft, die das nicht verdient hat. Warum sind die Leute denn krank? Wir brauchen mehr Mitarbeiter."

Wie die Belegschaft mit solchen Erpressermethoden umgehen soll, muss sie breit diskutieren und klären. Manch einer sagte am Folgetag: "Streikrecht hin oder her – wir müssen die Brocken hinschmeißen..." Diese Richtung muss gestärkt werden. Mehrere Kollegen forderten auf der Betriebsversammlung, die Solidarität mit den Genker Kollegen zu organisieren und sie in den Prozessen gegen die Strafanzeigen der Kölner Staatsanwaltschaft zu unterstützen, aber auch sich Verbündete zu suchen unter der Bochumer Opel-Belegschaft, den Stahlarbeitern und anderen, die ebenso um ihre Arbeitsplätze kämpfen müssen.

(Eine ausführlichere Korrespondenz dazu in der kommenden Druckausgabe der "Roten Fahne" - sie kann hier bestellt werden).