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Hauen und Stechen um weltweit wachsenden Fleischmarkt

10.01.14 - Die weltweite Fleischproduktion werde laut dem von Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Heinrich-Böll-Stiftung der Grünen herausgegebenen "Fleischatlas" bis 2050 auf jährlich fast 450 Millionen Tonnen steigen. Das wären 150 Millionen Tonnen mehr als heute. Über 60 Milliarden Tiere werden derzeit weltweit jährlich geschlachtet und verzehrt, davon in Deutschland 754 Millionen. Auf dem internationalen Fleischmarkt liefern sich internationale Fleischmonopole ein Hauen und Stechen um diesen wachsenden profitablen Markt. So ist JBS, ein Rindfleischkonzern aus Brasilien in den letzten 10 Jahren zum größten Produzenten für Rindfleisch und dem weltgrößten Geflügelproduzenten aufgestiegen. Seine Schlachtkapazitäten betragen 85.000 Rinder, 70.000 Schweine und 12 Millionen Vögel – täglich!

Die Produktion von einer Einheit Fleisch benötigt etwa das zehnfache an pflanzlicher Produktion. Immer größere Teile der landwirtschaftlichen Nutzfläche werden deshalb für den Anbau von Futtermitteln für die Tierproduktion eingesetzt. Auf etwa einem Drittel der Ackerflächen wachsen nur noch Tierfutterpflanzen wie Soja. Rechnet man die Weideflächen mit ein, so werden 70% der landwirtschaftlich genutzten Fläche für die Futterproduktion genutzt. Wenn die Entwicklung so weiter geht, dann wird die Produktion von Sojafutter von 260 Millionen Tonnen jährlich in 2050 auf etwa das Doppelte steigen. Dafür werden rücksichtlos kleine und mittlere Bauern von ihren Ländereien vertrieben, die Nahrungsgrundlagen der Menschheit untergraben und vernichtet.

Rücksichtlos wird auch die Gesundheit der Verbraucher geopfert. Der chinesische Konzern Liuhe ist einer der Hauptlieferanten von "Kentucky Fried Chicken". In dessen Hühnerfleisch wurden bis zu 18 verschiedene Antibiotika gefunden, die den Futtermitteln beigemischt waren um das Wachstum zu beschleunigen. Innerhalb von nur 40 Tagen nahmen die Masthähnchen von 30 Gramm auf 2,5 Kilogramm zu.

Auf dem Hintergrund der bekannt gewordenen Lebensmittelskandale und einer wachsenden Bewusstheit über gesunde Ernährung ist der Fleischkonsum in Deutschland  jährlich um mehr als zwei auf durchschnittlich 87 Kilogramm im Jahr zurück gegangen. Dabei wird er von der Lebensmittelindustrie gefördert. Übermäßiger Fleischkonsum ist nicht nur gesundheitlich bedenklich. Eine wachsende Weltbevölkerung und die Sicherstellung ihrer Ernährung stellt ebenso Anforderungen an den bewussten Umgang mit Essgewohnheiten. Die kapitalistische Produktionsweise unterwirft alles – auch die Nahrungsmittelproduktion - der Jagd nach Maximalprofit und weltmarktbeherrschender Stellung.

In einer echten sozialistischen Gesellschaft sind gesunde Lebensmittel und artgerechte Tierhaltung eine selbstverständliche Grundlinie der Nahrungsmittelproduktion. Hier wird es auch eine bewusste Förderung von Ernährungsgewohnheiten geben, die in Einheit mit der Natur stehen. Wer mehr darüber wissen will, bestellt zum Subskriptionspreis von 15 € das im März erscheinende Buch: "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?"

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