Umwelt

Gen-Mais: Wieder ein Stück Koalitionsvertrag als Heuchelei entlarvt

Gen-Mais: Wieder ein Stück Koalitionsvertrag als Heuchelei entlarvt
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08.02.14 - Am 11. Februar 2014 wird im EU-Ministerrat über die  Zulassung einer neuen Genmais-Sorte-1507 verhandelt. Es handelt sich um einen sogenannten Bt-Mais, der selbst ein Insektengift gegen den Schädling "Maiszünsler" absondert. Deutschland wird sich bei dieser Abstimmung wegen Uneinigkeit in der Großen Koalition enthalten. Dies zeigt, dass die Worte des Koalitionsvertrags "Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik an" das Papier nicht wert sind, auf dem er gedruckt wurde. Denn wenn sich die Landwirtschaftsminister der 28 EU-Staaten nicht einigen, so trifft die Entscheidung die EU-Kommission, die sich schon für die Zulassung ausgesprochen hat.

Die  Auswirkungen gentechnisch veränderten Saatguts sind in ihren vielfältigen Wechselwirkungen nicht erforscht. Negative Folgen für Schmetterlinge und weitere Insekten gelten als sicher. Es besteht Gefahr für die Tiere, an die der Mais verfüttert wird. Der immer wieder als Argument angeführte höhere Ertrag von Genpflanzen wird durch die Entwicklung resistenter Schädlinge wieder zunichte gemacht und führt sogar zu höherem Pestizidverbrauch.

Die Verantwortungslosigkeit, mit der die Saatgut-Monopole im Verein mit den EU-Behörden an diese Frage herangehen, zeigt sich darin, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA die sonst üblichen umfangreichen Zulassungsverfahren, die Folgen für Biodiversität und für Nicht-Zielorganismen untersuchen, für unnötig erklärte. Die gleiche Behörde hat auch die Ergebnisse einer Forschergruppe, die die Wirkung von gentechnisch verändertem Mais von Monsanto an Ratten untersuchte und eine erhöhte Krebsrate feststellte, nach einem Jahr urplötzlich als mangelhaft bewertet. In der EU sind inzwischen 46 gentechnisch veränderte Pflanzen zur Fütterung an Nutztiere zugelassen.

Das ist aber nur der Anfang: die Studie mit dem bezeichnenden Namen "Cyberkrieg auf dem Acker – was blüht uns da?" zeigt, dass eine ganze Lawine an Zulassungsanträgen gentechnisch veränderten Saatguts von Futterpflanzen bis hin zu Bäumen heranrollt. Spitzenreiter sind Sorten, die gleichzeitig gegen 4 Unkrautvernichtungsmittel resistent sind und ein halbes Dutzend Insektengift erzeugen.

Friedrich Engels schrieb bereits 1876 in dem Aufsatz "Der Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen": "Wenn der einzelne Fabrikant oder Kaufmann die fabrizierte oder eingekaufte Ware nur mit dem üblichen Profitchen verkauft, so ist er zufrieden, und es kümmert ihn nicht was nachher aus der Ware und ihrem Käufer wird. Ebenso mit den natürlichen Wirkungen derselben Handlungen."

Diese skrupellosen Saatgut-Monopole können nur durch den aktiven Widerstand gestoppt werden. Das Potenzial dafür ist beachtlich: Laut einer Umfrage von TNS Emnid vom Dezember 2013 wollen 83% von 1.000 Befragten in Deutschland eine Landwirtschaft ohne Gentechnik. Mehr als zwei Millionen Menschen demonstrierten im Mai 2013 weltweit gegen Monsanto.

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