Betrieb und Gewerkschaft

Opel Bochum: "Auch süßes Gift ist tödlich"

06.03.14 - Wir dokumentieren Auszüge aus einem neuen Flugblatt der Initiative für eine kämpferische gewerkschaftliche Betriebsratsarbeit "Offensiv" bei Opel in Bochum (es kann vollständig auf der neuen Homepage von "Offensiv" unter der Rubrik "Flugblätter" gelesen werden). Darin heißt es unter anderem:

"Die Betriebsversammlung am 17.2. hat vor allem vormittags sehr deutlich gemacht, dass die Belegschaft noch kampfbereit ist. Nicht nur von OFFENSIV oder "den üblichen Verdächtigen" gab es Kritiken und Vorschläge, sondern von vielen Kollegen. Der IGM-Vertreter Nettelstroth wurde massiv kritisiert, aber auch Einenkel und Gellrich bekamen ihr Fett weg. Pfiffe und Zwischenrufe begleiteten die Reden. Eine positive Wut entlud sich. ...

Wie sich manche "Belegschaftsvertreter" dafür hergeben, die Abwicklung zu "verkaufen", führt allerdings zur Gefahr, die eigentlichen Verursacher in der Chefetage aus der Schusslinie zu nehmen. ...

Das ist ein übles doppeltes Spiel: Mit einmaliger Hetze gegen OFFENSIV und Schüren von Ängsten: "Wenn ihr die wählt und kämpft, verliert ihr alles". Sowie dem Verbreiten von falschen Hoffnungen: "Wenn wir schön ruhig halten, könnten sie in den Verhandlungen bessere Ergebnisse bringen". Beides ist nicht für die Interessen der Belegschaft, sondern soll uns ruhig halten.

Das Hoffen, dass es vielleicht gar keinen Beschluss über die Verlagerung gibt, während Opel diese in der Realität vollzieht, verhindert nur den aktiven Widerstand dagegen. So verlockend solche Hoffnungen auf den einfachen Weg sind - auch dieses Gift ist tödlich. Aber die BV hat gezeigt:

Wir sind eine quicklebendige Belegschaft: Wir brauchen keine Sterbehilfe - wir wollen und wir werden leben!"