Sozialismus

"Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg ...", um der Menschheit ihre Perspektiven zu rauben

Stuttgart (Korrespondenz), 20.03.14: Seit dem 20. März läuft die Roman-Verfilmung "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" in den deutschen Kinos. Der Erfolg 8 Millionen verkaufter Bücher in 35 Sprachen hat einerseits mit der verrückten, lustigen Idee zu tun, dass ein Altersheim-Bewohner sich auf einen Roadtrip durch Schweden macht und dabei seine Lebensgeschichte als Dynamit-Spezialist erzählt wird.

Der Roman von Jonas Jonasson wurde vor allem deswegen erfolgreich, weil er beworben und gehypt wurde wie kaum ein anderes Roman-Debut. Denn der Trumpf des "Hundertjährigen" für die Medien-Industrie ist sein ausgeprägter Antikommunismus gemixt mit sanfter Kapitalismuskritik, was zusammen den Leser vor allem in Perspektivlosigkeit entlassen soll.

Die Hauptfigur Allan Karlsson trifft Stalin, Mao, Churchill und viele andere Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Dabei wird alles Reaktionäre und Fortschrittliche gleichermaßen durch den Kakao gezogen und verdreht, statt aus der witzigen Idee einen lebendigen Geschichtsunterricht zu entwickeln, der dem Interesse der Menschen an positiven Lehren für die Zukunft gerecht wird.

Der als "Shootingstar" gefeierte Autor Jonasson ist in Wirklichkeit kein unbeschriebenes Blatt. 20 Jahre war er als Journalist tätig, dabei an führender Stelle für die Tageszeitung "Expressen", die schwedische Version der "Bild".