Opel Berichte

Opel Bochum: Es bleibt dabei, die Belegschaft braucht vollständige Klarheit! Schluss mit Mauschelei und Mobbing!

Opel Bochum: Es bleibt dabei, die Belegschaft braucht vollständige Klarheit! Schluss mit Mauschelei und Mobbing!
Opel-Betriebsrätin Annegret Gärtner-Leymann und ihr Anwalt Roland Meister

21.03.14 - Annähernd 40 Besucherinnen und Besucher kamen heute nach Hamm. Ziel war das Landesarbeitsgericht und die Unterstützung der kämpfenden Opelaner in Bochum in Person der Betriebsrätin Annegret Gärtner-Leymann. Um 13 Uhr begann der Berufungstermin ihrer einstweiligen Verfügung auf Einsicht in den sogenannten "Eckpunktevertrag".

Vorher fand eine kämpferische Kundgebung statt. Die Prozessteilnehmer und -teilnehmerinnen überbrachten herzliche und solidarische Grüße von Montagsdemonstrationen, von Automobilbelegschaften (Daimler Benz, Ford) und Zulieferern, von Gewerkschaftsfrauen, der MLPD, REBELL etc. Opelaner ergriffen mehrfach das Wort.

Annegret Gärtner-Leymann und ihr Anwalt Roland Meister legten politisch, kompetent und aktuell den Sachstand dar. Die Betriebsratsmehrheit und die IGM-Spitze haben die Werksschließung akzeptiert und spielen gefährlich auf Zeit, um einen Kampf um das Werk zu verhindern. Damit leisten sie GM/Opel einen Bauerndienst. Das wurde auch vor aller Augen im Gerichtsaal sichtbar: Der Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel mit seinem Anwalt und dem Anwalt von Opel saßen auf einer gemeinsamen Seite. 

Die Prozessteilnehmer trauten ihren Ohren nicht, als der vorsitzende Richter das Verfahren nach 15 Minuten beenden wollte, da durch die Schriftsätze der Sachverhalt ausreichend dargelegt sei. Krampfhaft wurde versucht, dieses ganze Politikum, den seit Jahren andauernden Psychoterror gegen die Belegschaft, den Verrat an der Belegschaft durch die Geheimverhandlungen, den Verlust der Arbeitsplätze für kommende Generationen und den bisher erbitterten Kampf der Belegschaft auf die eine Frage zu reduzieren: Als was haben die sechs Betriebsräte an den Verhandlungen teilgenommen?! Als Betriebsräte oder als IGM-Vertreter. Es sollte um alles in der Welt nachgewiesen werden, dass sie als IGM-Vertreter an einer Sozialtarifverhandlungskommission teilgenommen haben und dann als Betriebsräte nicht zu verklagen seien. Es wurde gar nicht mehr bestritten, dass es einen Vertrag gibt, der das Werk abwickelt. Mal abgesehen davon, dass man bei der Mehrheit der Betriebsräte eigentlich nicht von gespaltenen Persönlichkeiten ausgeht – wäre es doch wohl angebracht, dass sie es erst Recht als Gewerkschaftsmitglieder herausrücken und die Belegschaft vollständig in Kenntnis setzen.

Richtig fasste Annegret Gärtner Leymann im Gericht zusammen: "Wenn es um diese Frage geht, dann wird doch das ganze Recht eines Betriebsrats ad absurdum geführt." Die Gegenseite hatte kein einziges Argument vorzubringen.

Im Anschluss an den Prozess waren sich alle einig: "Getretene Hunde bellen", deshalb spuckte der Betriebsratsvorsitzende und der Anwalt nur Gift und Galle, während Annegret Gärtner-Leymann und ihr Anwalt souveränes Sprachrohr der Opelaner waren, die um den Erhalt des Werkes kämpfen.

Sie riefen auch dazu auf, mit verschiedenen Belegschaftsdelegationen am kommenden Montag, dem 24. März 2014, zur IGM-Portestkundgebung anlässlich der nächsten Verhandlungsrunde über den Sozialtarifvertrag vor die Rundsporthalle in Bochum zu kommen.

Mo, 24.03.14, 11.55 Uhr Küppersstraße / Am Stadion Bochum
(vor der Rundsporthalle)

Das Urteil wird in Kürze erwartet. "rf-news" wird weiter berichten.