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Opel Bochum: Protestkundgebung am Montag um 11.55 Uhr

Opel Bochum: Protestkundgebung am Montag um 11.55 Uhr

Hunderte Opelanerinnen und Opelaner protestieren mit ihrer Unterschrift gegen Geheimverhandlungen

22.03.14 - Am Freitag ging bei Opel Bochum ein Flugblatt der IG Metall von Hand zu Hand. Es ruft zur Protestkundgebung am kommenden Montag, den 24. März, nach Bochum. Endlich Protest gegen die rigorose Werksschließung von Opel/GM – das spricht dem Gros der Belegschaft und zehntausenden Arbeitern weit über die Region hinaus aus dem Herzen. "Endlich und höchste Zeit", sagen viele. Gleichzeitig muss man feststellen, dass das Flugblatt weiter vollständig auf der Linie der IG-Metall-Spitze fährt, die vor GM/Opel kapituliert hat. Denn attackiert wird nicht etwa die Schließung durch Opel/GM oder ihre Profitgier und Ausbeutung. Gefordert werden "verbindliche Ersatzarbeitsplätze, belastbare Investitionszusagen, verlässliche Antworten auf alle offenen Fragen, verbesserte Austrittsprogramm".

Viele Kolleginnen und Kollegen fragen auch, warum diese Aktion so kurzfristig organisiert wird und die Mobilisierung mit angezogener Handbremse läuft. Soll so die breite Solidarität aus dem Revier erschwert werden? Soll der Eindruck vermittelt werden: "Seht ihr, wir stehen allein." Es ist fraglich, ob das aufgeht. Denn - trotz Ärger und Verwunderung über den plötzlichen Aktionismus - überlegen verschiedene Belegschaften bereits, noch wenigstens Delegationen für Montag zu organisieren.

Offenbar ist diesmal auch überbetriebliche Solidarität erwünscht. Denn auf dem Flugblatt heiß es wörtlich zur Kundgebung: "Jedes IG-Metall-Mitglied hat das Recht, daran teilzunehmen." Solidarität wurde in der Vergangenheit von der Betriebsratsspitze auch gerne mal abgeblockt. Vor allem wenn sie für einen selbständigen Streik sprach oder gar im Verdacht stand, der MLPD aufgeschlossen gegenüber zu stehen. Dafür wurde von Einenkel eigens der Begriff der "unerwünschten Solidarität" geprägt.

Das Flugblatt wurde am Donnerstag um 22.00 Uhr auf die Homepage der Betriebsratsliste von Rainer Einenkel gestellt. Am Vorabend des Prozesses in Hamm. Auf der Homepage der IG Metall Bochum findet man es gar nicht. Dort gibt es nur ein Flugblatt "Opel muss liefern" vom 14. März 2014, das kein Wort über geplante Aktionen verliert.

"Diese Aktion erklärt sich nur aus der andauernden Unruhe und Unzufriedenheit der Belegschaft", so Opel-Ersatzbetriebsrat Klaus Leymann, von der OFFENSIV-Betriebsratsliste gegenüber "rf-news". "Wir begrüßen diese Aktion, beteiligen uns und mobilisieren. Aber wir wollen darauf Einfluss nehmen, dass sie im Sinne des Kampfs um jeden Arbeitsplatz bei Opel Bochum läuft. Wir wollen nicht auf die Straße gehen, für irgendwelche Schönheitskorrekturen an der Werkschließung."

Mit der Kundgebung ist der Versuch, die ruhigste Werksschließung aller Zeiten durchzuziehen, gescheitert. Aber auch eine von Kämpfen begleitete Werksschließung ist nicht zu akzeptieren. Dass diese Kundgebung kurzfristig, fast schon über Nacht, organisiert wird, lässt sich nur mit dem wachsenden Druck aus der Belegschaft erklären. Immer weniger Kolleginnen und Kollegen wollen ihre Arbeitsplätze still und leise zur Schlachtbank tragen lassen. Sie wollen gegen Opel/GM um ihr Werk und ihre Arbeitsplätze kämpfen.

Das Flugblatt der IG Metall trägt die Überschrift "Opelaner brauchen Zukunft". Für ihre nächste Zukunft brauchen die Bochumer Opel-Arbeiterinnen und -Arbeiter sowie Beschäftigte bei Zulieferern die Arbeitsplätze und den Erhalt des Werkes. Für die Zukunft insgesamt muss über gesellschaftliche Alternativen nachgedacht werden. Alternativen, in denen nicht eine Konzernleitung mit Federstrich die Zukunft von zehntausenden Familien abwickeln kann. Eine echte sozialistische Gesellschaft, wo die Produktionsmittel gemeinschaftliches Eigentum der Gesellschaft sind.

Die Kundgebung findet am Montag, den 24. März 2014, um 11.55 Uhr vor der Rundsporthalle in Bochum statt (Küpperstraße / Am Stadion).

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