Politik

"Rente mit 63": Trotz "Abzugsfreiheit" bis zu 140 Euro weniger Rente

Esslingen (Korrespondenz), 10.04.14: In "rf-news" vom 7. April wurde richtig festgestellt: „Schon der Begriff "Rente mit 63" ist eine ausgemachte Rosstäuscherei, denn die Regierung hält unbeirrt an der Rente mit 67 Jahren fest.“ Dabei wird der eigentliche Kern des Betrugs durch "rf-news" noch nicht enthüllt. ... Selbst die wenigen Beschäftigten, die als Jahrgang 1951 und 1952 in den fragwürdigen Genuss der abzugsfreien Rente ab 63 kommen, werden bei ihrer konkreten Rentenberechnung große Augen machen.

Wer früher geht, dem fehlen wichtige Beitragsmonate. Da hilft „Abzugsfreiheit“ wenig. Der Jahrgang 1952 darf seit Schröders „"Agenda 2010" erst mit 65 Jahren und sechs Monaten in Rente. Mit 63 fehlen also zweieinhalb Beitragsjahre. Da in den letzten Beschäftigungsjahren meist die höchsten Löhne erreicht werden, fallen bis zu fünf Entgeltpunkte (Rentenpunkte) weg. Auch wenn kein Cent Abzug erfolgt, fehlen für jeden entgangenen Entgeltpunkt 28,14 Euro (aktuell 2014).

Warum das Medienspektakel angesichts der Bagatelle „abzugsfreie Rente mit 63“? Ist das nur ein „Phantomstreit“, wie "rf-news" meinte? Der Streit in der „Großen Koalition“ widerspiegelt reale Widersprüche in der herrschenden Klasse bei der Abwälzung der Krisenlasten auf die Massen. ... Wie brutal die Altersvorsorge für die Jahrgänge 1955 und jünger längst gekürzt wurde, ist bislang noch weitgehend unbekannt. Im ARD-Magazin "„Plusminus"“ wurde am 11.12.2013 ein Teil des noch vorhandenen Schleiers gelüftet. Unter dem Stichwort „"Renteninformation“" kann der Beitrag bei "youtube" angeschaut werden. ...

(Mehr dazu in der nächsten Druckausgabe der "Roten Fahne")