Politik

Neofaschisten provozieren in Dachau

Karlsfeld bei München (Korrespondenz), 17.04.14: Eine durch Landratsamt und Stadt Dachau vor der Öffentlichkeit verheimlichte Kundgebung von Neofaschisten namens "Freies Netz Süd" konnte am letzten Samstag durchgeführt werden. Auch die "Süddeutsche Zeitung" berichtete erst, als die Sache von beherzten Jugendlichen des selbstverwalteten Jugendzentrums "Freiraum" in Dachau publik gemacht wurde. Sie waren am Samstag als Protestierende vor Ort und führten am gestrigen Montag eine spontane Demonstration gegen diese Provokation durch.

Das Landratsamt zieht sich auf Formalitäten zurück: Die Demo publik machen sei Sache der Veranstalter. Der Polizeichef von Dachau ist zufrieden, dass die neofaschistische Kundgebung und der Protest dagegen "friedlich" verliefen. Eine Volksverhetzung konnte er nicht erkennen, obwohl es Transparente gab, die widerliche Hetze gegen Migranten betrieben und reaktionärste Europakritik von sich gaben.

Ein Eingreifen gegen den faschistischen Terroristen Karl-Heinz Statzberger, verurteilt wegen eines geplanten Anschlags auf das jüdische Zentrum München, wurde ebenfalls nicht für notwendig erachtet.

Dachau ist nicht irgendeine Stadt. Ihr Name ist eng verbunden mit den Gräueln der Verbrechen des Hitlerfaschismus.

Das fordert alle Antifaschisten heraus. Proteste sollten daher nicht ausbleiben. Am besten an des Landratsamt Dachau: Weiherweg 16, 85221 Dachau (Tel. 08131-74-0, Fax 08131-74-374; E-Mail: poststelle@lra-dah.bayern.de)