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Bayer AG: Medikamente für „westliche Patienten, die es sich auch leisten können“

Bayer AG: Medikamente für „westliche Patienten, die es sich auch leisten können“
Das Bayer-Werk in Leverkusen - Krebsmedikamente nicht für Bedürftige in Indien? Foto: Rolf Heinrich, Köln

Gelsenkirchen (Korrespondenz), 26.04.14: Stark unter Druck geraten ist der Pharma-Weltkonzern „Bayer AG“ wegen einer unbedachten Äußerung des Vorstandsvorsitzendes Marijin Dekkers. Angesprochen auf den hohen Preis des Krebs-Medikaments „Nexavar“ sagte er: „Wir haben dieses Produkt nicht für den indischen Markt entwickelt... Wir haben es für Patienten im Westen entwickelt, die es sich auch leisten können.“

Das Zitat hat einen Sturm der Entrüstung in den Medien ausgelöst, sogar der deutsche Botschafter in Indien sah sich gezwungen, sich von diesen Aussagen zu distanzieren. Dabei hat der Bayer-Chef nur das ausgesprochen, was den Geschäftspraktiken der Pharma-Monopole entspricht: Es werden Wucherpreise verlangt für patentierte Medikamente – auch wenn sie oft nur geringen Zusatznutzen für die Patienten haben. Mit dem realen Forschungsaufwand und den Produktionskosten haben diese Preise nichts zu tun.

Lebenswichtige Medikamente insbesondere für ärmere Länder - dafür wird meist nur minimale oder gar keine Forschung betrieben, weil kein zahlungskräftiger Markt vorhanden ist. Zahlreiche Organisationen und Pharmakritiker fordern den Zugang zu allen Medikamenten auch für ärmere Länder und Menschen. Allerdings muss dafür das Patentrecht verändert und die Medikamentenforschung öffentlich organisiert werden. Genau das wussten die mächtigen Pharma-Weltkonzerne wie Bayer bislang zu verhindern.