Jugend

Kinderärzte schlagen Alarm: „Rettet die Kinderstationen!“

Kinderärzte schlagen Alarm: „Rettet die Kinderstationen!“
Berlin, Säuglingsschwester mit Babys - wikipedia.de

Gelsenkirchen (Korrespondenz), 23.04.14: Reihenweise werden Kinderabteilungen und -stationen geschlossen oder sind von Schließung bedroht, weil sie für den Krankenhausträger keine Profite mehr abwerfen. Das zeigt, wie krass inzwischen die Qualität der Gesundheitsversorgung durch die Ökonomisierung infrage gestellt ist. Dieser Tage hat die Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin Alarm geschlagen mit der Aktion „Rettet die Kinderstation“.

Vor Jahren wurden die Fallpauschalen im Krankenhaus eingeführt – damals noch unter einer rot-grünen Regierung. Die Folgen: Patienten werden immer schneller entlassen. Der Druck auf das Personal nimmt unerträglich zu. Und die Kliniken konzentrieren sich auf profitable Bereiche wie Herzkatheder-Untersuchungen, Hüft- oder Kniegelenks-Operationen, die gut kalkulierbar und durchzurationalisieren sind. Patienten die längeren Aufenthalt und mehr Zuwendung brauchen, werden in dieser Logik zum Problem.

Das gilt auch für Kinder und Kleinkinder, die nicht nach dem Kalkül der profitablen Dienstleister und Gesundheitsreformer funktionieren. Manche Kliniken halten ihre Kinderstationen nur noch mit Hilfe von Fördervereinen über Wasser - für das angeblich so tolle „Solidarsystem“ der BRD ein Armutszeugnis.