Jugend

Über 2000 Teilnehmer bei antifaschistischem Gedenktag in der Bittermark

Dortmund (Korrespondenz), 23.04.14: Über 2000 Antifaschisten hatten sich am 19. April zur Gedenkfeier in der Bittermark in Dortmund getroffen. Dort wird jährlich an die Ermordung von rund 300 Widerstandskämpfer und Zwangsarbeiter im März/April 1945 kurz vor Kriegsende durch die Gestapo erinnert.

Nachdem viele Zeitzeugen nicht mehr leben, führen Jugendliche als „Botschafter der Erinnerung“ durch die Gedenkfeier. Der Vorsitzende des Internationalen Rombergpark-Komitees Ernst Söder erinnerte in seiner Rede auch daran, gegen welche Widerstände sich die juristische Aufarbeitung dieser Morde in den 1950er und 1960er durchsetzen musste. „Kein Wunder, waren es doch dieselben Richter und Staatsanwälte wie unter dem Faschismus, die teilweise noch mehr Dreck am Stecken hatten, wie die Angeklagten.“ Viel Beifall erhielt Ernst Söder für die Kritik an der Forderung des Bundespräsidenten Gauck nach mehr militärischen Einsätzen der Bundeswehr. Auf große Zustimmung stieß auch das Verbot der 1. Mai-Demonstration der Faschisten in Dortmund, womit der Polizeipräsident der Forderung der meisten Dortmunder nachgekommen ist.

Der ehemalige Bundesligaspieler und heutige Nachwuchskoordinator des BVB, Lars Ricken erklärte, dass der Verein sein Engagement „gegen Rassismus“ verstärken werde. Damit reagiert der Verein auf die Kritik, jahrelang als Verein zu Aktivitäten von Faschisten unter den Fangruppierungen und zum Teil auch Ordnern geschwiegen zu haben, ganz im Gegenteil zur Masse der Fans auf der Südtribüne.

Die MLPD beteiligte sich mit einer Delegation an der Kundgebung und legte einen Kranz von MLPD und REBELL am Mahnmal nieder. Die Gedenkfeier endete würdig mit dem Lied der Moorsoldaten.