Umwelt

Deutsche Kohlekraftwerke stoßen Nervengift aus

Deutsche Kohlekraftwerke stoßen Nervengift aus
foto: wolfgang staudt

03.05.14 - Die Bundesregierung schwört auf Kohlekraftwerke. „Auf absehbare Zeit unverzichtbar“, heißt es im schwarz-roten Koalitionsvertrag. Aber sie stoßen nicht nur riesige Mengen des klimaschädlichen CO2 aus, sondern auch laufend große Mengen Quecksilber.

In Deutschland stammten einer aktuell veröffentlichten Studie zufolge 2010 bis 2012 rund 70 Prozent der Quecksilberemission aus dem Energiesektor, vor allem aus den mit Braun- und Steinkohle befeuerten Kraftwerken. Die größten Quecksilber-Mengen stießen zuletzt das Vattenfall-Braunkohlekraftwerk im brandenburgischen Jänschwalde mit 505 Kilogramm aus sowie die beiden RWE-Anlagen Neurath und Niederaußem in Nordrhein-Westfalen mit jeweils 497 Kilogramm.

Quecksilber ist ein Nervengift. Es schädigt das Nerven-, Herz- und Kreislaufsystem sowie die Immunabwehr. Besonders gefährdet: Schwangere und Kinder.

Selbst die nicht gerade als umweltfreundlich bekannte US-Regierung hat längst deutlich niedrigere Grenzwerte für ihre Kraftwerke. Würden in Deutschland diese Grenzwerte gelten, müssten alle Kohlkraftwerke bis auf ein einziges sofort abgeschaltet werden.