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"Hebammen: früher verbrannt - heute verheizt"

"Hebammen: früher verbrannt - heute verheizt"
Eine Hebamme hört Herztöne (foto: Pumpkingood)

Mainz (Korrespondenz), 06.05.14: "Hebammen: früher verbrannt - heute verheizt", diese Parole stand auf einem Transparent auf der Demonstration zum "Internationalen Tag der Hebammen" in Mainz. Nach Angaben der Polizei kamen 3.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Ich bin nicht sicher, ob die Kleinkinder in den ca. 300 Kinderwägen auch mitgezählt worden sind. Auf jeden Fall war es ein bunter und gut gelaunter Demozug. Vom Schillerplatz ging es durch die Innenstadt und die Fußgängerzone zum Gutenbergplatz. Dort fand eine Kundgebung statt.

In den letzten zehn Jahren haben 25 Prozent der freien Hebammen ihre Praxen geschlossen. Besonders belastend ist die Haftpflichtprämie, die von 500 Euro (2003) auf 5.000 Euro (2014) gestiegen ist. Im Jahr 2015 soll sie sogar 6.000 Euro betragen. Das wäre eine Steigerung von 1.100 Prozent. Diese finanziellen Belastungen sind für viele Hebammen nicht mehr zu meistern. Damit steht ein Beruf, der Leben unterstützt, vor dem finanziellen Ruin.

Eine Sprecherin meinte: "Die Haftpflichtprämie kommt einem Berufsverbot gleich." Sehr viele junge Frauen mit ihren Kindern waren aus Solidarität gekommen. Der Beruf der Hebamme umfasst viele Tätigkeiten: Geburtsvorbereitung, Geburtshilfe, Beratung, Nachbetreuung und vieles mehr. Dieser Beruf hat Zukunft! Deshalb war die Aktion so wichtig.