Umwelt

RAG ließ Giftmüll auch über Tage entsorgen

Saarbrücken (Korrespondenz), 22.05.14: Nachdem die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger im saarländischen Landtag auf eine Anfrage der Grünen erklärte, "eine Einlagerung von Asche oder Flugstäuben aus Müllverbrennungsanlagen, wie in Nordrhein-Westfalen, sei im Saar-Bergbau nach bisherigem Erkenntnisstand nicht erfolgt" und sich dabei auf bisher bekannte Fakten berief, wurde jetzt bekannt, dass die RAG auch giftigen Sondermüll über Tage entsorgte. Gegenüber des saarländischen Rundfunks erklärte ein ehemaliger LKW-Fahrer am 19. Mai, dass er regelmäßig Giftstoffe im Auftrag der RAG in Absinkweihern entsorgt habe.

Vorige Woche dementierte die RAG noch jegliche derartige Entsorgung von Giftmüll im Bergbau und erklärte, alles sei rechtlich abgesichert gewesen. Dementsprechend lehnt die RAG auch jegliche Verantwortung für den neuerlichen Skandal ab ... .

Die saarländische Landesregierung zeigt wenig Interesse an der Aufklärung dieses Skandals. Es passt nicht so recht in den laufenden Wahlkampf, wenn herauskommt, dass sowohl CDU, wie auch SPD – je nachdem wer gerade die Regierung an der Saar stellte – etwas von der Einlagerung von Giftmüll unter Tage wussten. Lautstark und medienwirksam regen sich die unterschiedlichen Politiker über die RAG auf, mahnen gleichzeitig die Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie an und werben für Verständnis, man müsse halt zwischen den wirtschaftlichen Interessen der RAG und den Interessen der Bevölkerung abwägen. Es geht aber um unsere Gesundheit, unsere Zukunft und die unserer Kinder und nicht um Abwägung zu Gunsten irgendwelcher Profitinteressen.

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