Betrieb und Gewerkschaft

Es brodelt im Siemens-Konzern

Es brodelt im Siemens-Konzern
Klare Worte beim Siemens-Aktionstag in Erlangen (rf-foto)

30.05.14 - Im Rahmen des so genannten "Konzernumbaus" hat Siemens-Chef Joe Kaeser am Mittwoch, 28. Mai, die Vernichtung von insgesamt 11.600 Stellen angekündigt. Um weiter Maximalprofite zu scheffeln und in der Vernichtungsschlacht der Monopole zu bestehen, will das Technik- und Energiemonopol nach eigenen Angaben eine Milliarde Euro an Kosten "einsparen". Dagegen formiert sich Widerstand in der Belegschaft.

Aus München berichtet eine Korrespondentin, dass dort schon am 24. Mai über 900 Kolleginnen und Kollegen dem Aufruf der IG Metall zum Warnstreik beim Lokomotivenbau Siemens-Allach folgten. Mit dabei Delegationen aus allen Münchner Siemensstandorten und den ansässigen Metallbetrieben im Münchner Norden – wie Kraus Maffei, Meiller Kipper, MAN, BMW. ...

Siemens will offensichtlich die ganze Bahnsparte an Alstom (französischer Konzern) abstoßen. Damit sind akut um die 800 Arbeitplätze gefährdet. Diese Pläne brachten die Belegschaft sichtlich in Rage. ... Der Vertrauenskörperleiter Perlach sprach über die Konsequenzen. ... Er appellierte hier an den Widerstand der gesamten "Siemensfamilie". Die Kollegen honorierten besonders die kämpferischen Töne mit einem Konzert aus ihren Trillerpfeifen.

Zum bundesweiten Siemens-Aktionstag am 23. Mai gab es unter anderem Aktionen in Erlangen und Krefeld. Aus Erlangen berichtet ein Korrespondent, dass über 1.200 Siemens-Beschäftigte auf dem Erlanger Rathausplatz zusammenkamen. Der Vorstand will die Sektorebene auflösen und sieben Divisionen mit anderen verschmelzen, verschiedene Bereiche sollen ausgegliedert werden. ... Von dieser Umstrukturierung sind in der Stadt tausende Arbeitsplätze betroffen, deswegen rief sie eine große Unruhe unter der Belegschaft hervor. Kollegen hatten schöne Plakate gemalt und die Wahlzeitung der MLPD zu den Europawahlen wurde verteilt.

In Krefeld beteiligten sich laut unserem Korrespondenten etwa 2.000 Kolleginnen und Kollegen aus allen Siemens-Standorten in Nordrhein-Westfalen während der Arbeitszeit an einer NRW-weiten Kundgebung vor dem Tor von Siemens Krefeld-Uerdingen. Im Krefelder Werk ruhte praktisch die gesamte Produktion, während von den Produktionsstandorten Duisburg, Mülheim, Essen und Bocholt sowie aus den Niederlassungen Delegationen angereist waren, darunter auffallend viele jüngere Kolleginnen und Kollegen. ... Die Krefelder MLPD-Ortsgruppe hatte ein Solidaritätsschreiben geschickt, in dem sie den Weg des Zusammenschlusses mit den Kolleginnen und Kollegen von Alstom und General Electric unterstützte.