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Johnson Controls Bochum: "Wir sind bereit!"

Johnson Controls Bochum: "Wir sind bereit!"
Gewerkschaftliche Protestkundgebung der Frühschicht von Johnson Controls am 3. Juni (rf-foto)

Bochum (Korrespondenz), 03.06.14: Zu einer kämpferischen Protestkundgebung versammelten sich die 200 Kollegen der Frühschicht von Johnson Controls in Bochum heute für über eine Stunde vor dem Werkstor. Bei dem Sitze-Hersteller für Opel in Bochum und Ford in Köln sollen wegen der geplanten Schließung des Opel-Werks noch in diesem Jahr 220 Kollegen entlassen werden.

"Hier geht es um den Kampf um jeden Arbeitsplatz! Wir können nicht hinnehmen, wenn mit der Schließung von Opel, Johnson Controls und Outokumpu eine ganze Region plattgemacht werden soll", so Betriebsratsvorsitzender Dietmar Kupfer. Betriebsrat Michael Munsch forderte die Einführung der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich statt Massenentlassungen.

Mit Sprechchören "Wir sind bereit!" machten die Kollegen immer wieder ihre Kampfbereitschaft deutlich. Die provokativ niedrigen Abfindungen, welche die Geschäftsleitung in den Sozialplanverhandlungen "angeboten" hatte, weisen die Kollegen wütend zurück. Viele von ihnen sprachen zum ersten Mal in ihrem Leben am Mikrofon: "Das hier ist erst der Anfang! Das nächste Mal werden wir noch mehr sein, und es wird länger dauern!", "Ich will in einem Jahr wieder hier mit euch allen stehen! Ganz egal ob Leiharbeiter oder Festvertrag!"

Auch eine Delegation von Opel-Kollegen nahm an der Kundgebung teil mit einem Transparent: "Kampf um jeden Arbeitsplatz statt Kapitulation und Abwicklungsvertrag!" In ihren Grußworten und Redebeiträgen forderten sie den gemeinsamen Kampf der Belegschaften um die Arbeitsplätze und einen revierweiten Aktionstag. Sie entlarvten die spalterischen Lügen des Opel-Konzerns, wonach angeblich jeder Opelaner gute Aussichten auf einen Ersatzarbeitsplatz hätte.

Zu der Protestaktion heute wurde von der IG Metall aufgerufen, nachdem Kollegen in einer Unterschriftensammlung gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen eingefordert hatten.