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Ostukraine: Beschuss durch ukrainische Armee verschärft Kriegsgefahr

08.06.14 - Die Lage in der Ostukraine verschärft sich weiter. Beim Diner anlässlich des 70. Jahrestags der Landung der Alliierten in der Normandie fordern EU/USA und Russland sich gegenseitig auf, die Lage in der Ukraine zu stabilisieren. Der 70. Jahrestag des D-Day wird pompös für die Weltöffentlichkeit inszeniert. Tatsächlich führen beide den Kampf um die Ausdehnung ihrer Einflussgebiete. NATO-Generalsekretär Rasmussen kündigte Maßnahmen der NATO an, das Militär und Sicherheitskräfte der Ukraine zu unterstützen und konzentriert sich darauf, die Einbindung der Ukraine in die EU zu forcieren.

Der neu gewählte Präsident der Ukraine, Poroschenko, verschärft die Lage provokativ mit der Losung: "Die Krim bleibt ukrainisch." Damit heizt er die Kriegsgefahr weiter an, ohne ein Widerwort von Deutschland oder Frankreich zu hören. Bundespräsident Joachim Gauck war ausdrücklich bei Poroschenkos Amtseinführung dabei. Poroschenko dankt es mit der Versicherung, dass die EU-Orientierung der Ukraine unumkehrbar sei.

Die Pfingsttage nutzte Poroschenko, die militärischen Aktivitäten qualitativ zu intensivieren. Mit Mehrfachraketenwerfern hat die ukrainische Armee die Innenstadt von Slaviansk beschossen und die Strom- und Wasserversorgung zerstört. Angriffe auf die Zivilbevölkerung sind den deutschen Medien kaum eine Meldung wert und auch deutsche Regierungsvertreter melden keinen offiziellen Protest an.

45.000 Menschen und somit rund 40 Prozent der Bevölkerung von Slawjansk mussten bereits aus der Stadt fliehen als Folge des Beschusses durch ukrainische Artillerie beziehungsweise wegen der dadurch ausfallenden Strom- und Wasserversorgung. Die ukrainische Armee hat auch Panzerangriffe auf Slaviansk gestartet und etwa 80 Panzer um die Stadt platziert. Über die Zahl der Toten gibt es unterschiedliche Angaben. Russland wiederum nutzt die Flüchtlinge, um ihm Grenzgebiet zur Ostukraine den Notstand auszurufen.

Weltweit fordern die Menschen die sofortige Einstellung aller Kampfhandlungen. Alle ausländischen Truppen – offizielle wie inoffizielle müssen aus der Ukraine abgezogen werden. Die ukrainische ICOR-Organisation KSRD macht eine Überzeugungsarbeit für die Lösung einer einheitlichen, sozialistischen Ukraine.