Umwelt

Wie kann Gasförderung mit Fracking verhindert werden?

Wie kann Gasförderung mit Fracking verhindert werden?
Giftige Lügen (foto: bill baker)

03.06.14 - In der Bevölkerung gibt es eine breite Ablehnung der Gasförderung mit der Fracking-Methode. Fracking bedeutet eine enorme Vergiftung der Böden und des Wassers und Zerstörung der Erdkruste bis in sechs Kilometer Tiefe. Die globalen Hauptakteure des Frackings wie ExxonMobile oder BP sind sich darüber vollständig im Klaren. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass sie ihre profitablen Pläne aufgeben. Ihr Problem: Wie können sie die Öffentlichkeit dafür gewinnen?

Der neueste Versuch: Am Mittwoch letzter Woche legte die Europäische Kommission ein Strategiepapier für eine "sichere europäische Energieversorgung" vor. Die Veröffentlichung begleitete der (Noch)-EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso mit dem Hinweis, dass die Spannungen in der Ukraine verdeutlicht hätten, wie gefährdet die  Energieversorgungssicherheit sei. Zwei Tage später verkündete die Regierung der Niederlande den Plan, im grenznahen Raum zu Deutschland Fracking zu prüfen. Das Verfahren entspreche der Empfehlung der EU-Kommission an die Mitgliedsstaaten.

Das stieß sofort auf beiden Seiten der Grenze auf Empörung und Widerstand. Und in den Medien meldeten sich verschiedene Politiker und Verbände zu Wort. Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) äußerte Ablehnung und erwartet, "dass sich auch die Bundesregierung einschaltet" und den Niederlanden "die Position des Bundesrates gegenüber den Niederlanden klarmachen" wird. Der Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) forderte dazu auf, über Fracking nachzudenken und zu erkunden, "ob sich die vorhandenen Vorkommen wirtschaftlich erschließen lassen". Der FDP-"Energie-Experte" Dietmar Brockes fordert, "unser Wissen über die Technologie zu erweitern und die Chance zu nutzen, ein ,Green Fracking' ohne Gefährdung von Mensch, Tier oder Umwelt zu entwickeln".

Dieser "Experte" weiß ganz genau, dass Fracking nur funktioniert, wenn riesige Mengen mit hochgiftigen Flüssigkeiten in den Boden gedrückt werden, die ihn auf Dauer zerstören und instabil machen. Eine umweltverträgliche Entsorgung des eingesetzten Giftcocktails ist bis heute ebenfalls unbekannt. Und das vergiftete Wasser hält sich ebenfalls nicht an irgendwelche Begrenzungen. Die Frage der Erdbeben stellt sich zusätzlich.

Ungerührt davon veröffentlichte Ende Februar 2014 eines der weltweit führenden Informations- und Analyseunternehmen des internationalen Finanzkapitals in Fragen der Energiepolitik - IHS (International Handling Services) - die Erwartung, dass bis zum Jahr 2040 mit Fracking in Deutschland "mehr als zwei Drittel der Gasimporte aus Russland" ersetzt werden. Unter Führung des deutschen EU-Kommissars für Energie, Günther Oettinger, werden in den Gremien der EU die Fracking-Pläne weiterverfolgt und milliardenschwere Subventionsprogramme dafür aufgelegt. Entsprechend drohte die EU-Kommision Frankreich und Bulgarien mit einem Verfahren, als dort Fracking gesetzlich verboten wurde.

Die nächste "Rote Fahne" erscheint am 6. Juni mit einem Titelthema zum Fracking. Sie kann hier bestellt werden ...