Betrieb und Gewerkschaft

"Wir wünschen einen Aktionstag zum Erhalt der Bochumer Arbeitsplätze"

10.06.14 - Die Vertrauensleute von Outokumpu in Bochum haben folgendes Schreiben an die IG-Metall-Verwaltungsstelle Bochum und die Bezirksverwaltung NRW gerichtet:

"Wir protestieren entschieden gegen die Stahlwerksschließung und die Art und Weise, wie es dazu gekommen ist. Wir fühlen uns seitens der Verhandlungsführer übergangen und überrumpelt, weil die Transparenz nicht gegeben ist. Die Belegschaft in Bochum ist mit dem Ziel angetreten, den Standort Bochum zu erhalten und um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen. In diesen Verhandlungen wurde das Stahlwerk in Bochum von heute auf morgen geopfert und als Verhandlungsmasse benutzt. Mit der Zustimmung zu dem Verhandlungsergebnis durch die Tarifkommission, ohne detaillierte Kenntnisse und auf Zeitdruck durch Outokumpu und IG Metall, sind wir so nicht einverstanden.

Die IG Metall spielt wochenlang auf Zeit und bricht dann in einer 4,5-stündigen Verhandlung mit Herrn Seitovirta ein, weil angeblich sein Flieger ging! Auch die Verhandlungen mit ThyssenKrupp waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen. Das Ergebnis scheint von Outokumpu nicht akzeptiert zu sein, da keine weiteren Verhandlungen zu einem Sozialplan für Bochum stattfinden. Ein Ausspielen einzelner Standorte auf Kosten des Schwächeren sollte nicht Politik der IG Metall werden. Unsere Belegschaft ist mit einem Organisationsgrad von über 90 Prozent IG-Metall-Mitgliedern ein wichtiger Teil der Gewerkschaft und fest mit ihr verwurzelt. Aber wir wollen eine Gewerkschaft, die konsequent für unsere Interessen eintritt! Wir fordern die verantwortlichen IG-Metaller auf:

• Befasst euch mit unseren Kritiken und stellt euch der Auseinandersetzung mit der Belegschaft!

• Kein Arbeitsplatz darf so schnell aufgegeben werden! Wir brauchen sie nicht nur für uns, sondern auch für die Zukunft!

• Wir wünschen einen Aktionstag zum Erhalt der Bochumer Arbeitsplätze!"