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Die Mahnung von Distomo

Die Mahnung von Distomo
Die Gedenkstätte bei Distomo (foto: Albtalkourtaki)

11.06.14 - Gestern vor 70 Jahren jährte sich mit dem Massaker von Distomo eines der abscheulichsten Kriegsverbrechen der Hitlerfaschisten im Zweiten Weltkrieg. Angehörige eines Regimentes der 4. SS-Polizei- Panzergrenadier-Division metzelten am 10. Juni 1944 ungefähr 1.800 Bewohner des mittelgriechischen Dorfes Distomo nieder.

Es handelte sich bei der Aktion um eine so genannte "Vergeltungsaktion" im Rahmen der "Partisanenbekämpfung". Zuvor waren drei deutsche Soldaten in einem Nachbardorf bei einer Partisanenattacke getötet worden. Als direkte Reaktion richtete die SS in dem völlig unbeteiligten Distomo ein Blutbad an. Opfer wurden fast ausschließlich alte Menschen, Frauen sowie 34 Kinder im Alter von einem bis zehn Jahren und vier Säuglinge im Alter von zwei bis sechs Monaten. Das Dorf wurde niedergebrannt und dem Erdboden gleichgemacht.

Bis heute ist dieses Kriegsverbrechen nicht gesühnt worden. Keiner der SS-Männer des beteiligten Verbands wurde zur Rechenschaft gezogen. Der verantwortliche Kommandeur und sein Vertreter fielen einige Wochen später an der Front, worauf ein in Folge eingeleitetes Verfahren wegen Kriegsverbrechen wieder beendet wurde. Spätere Versuche, den Nachkommen der Opfer Gerechtigkeit vor deutschen, griechischen, italienischen Gerichten und sogar dem Internationalen Gerichtshof widerfahren zu lassen, scheiterten. Ein griechischer Gerichtsbeschluss, nachdem das deutsche Goetheinstitut in Athen gepfändet werden sollte, wurde international abgeblockt. Distomo mahnt: Nie wieder Faschismus!