Umwelt

Regionale Umweltkatastrophe in Nordrhein-Westfalen

Regionale Umweltkatastrophe in Nordrhein-Westfalen
Gelsenkirchen (rf-foto)

11.06.14 - "Katastrophenalarm" in NRW! "Die Leute sind sehr aufgewühlt", berichtet eine Korrespondentin aus Gelsenkirchen. Viele Existenzen sind nach der Katastrophe vom Pfingstmontag bedroht, weil Entschädigungen nur bei entsprechender Versicherung gezahlt werden. 14.000 Helfer von Feuerwehr, THW usw. sind pausenlos im Einsatz und mit der Lage völlig überfordert. Sie werden noch Wochen brauchen, um die offenkundigen Schäden zu beseitigen. Hunderttausende packen selbstlos mit an, räumen Gehwege und Straßen, helfen sich gegenseitig. In der Kritik steht das völlige Versagen der offiziellen Wetterdienste, die nur auf kommende "normale, gewohnte Wärmegewitter" hingewiesen hatten.

Ex-Wettermoderator Kachelmann protestierte dagegen in einem offenen Brief am 10. Juni und wies darauf hin, dass bereits am Morgen des Pfingstmontags vor schweren Unwettern flächendeckend hätte gewarnt werden müssen und dem WDR "Menschenleben mehr bedeuten (sollten) als ein Feiertag".

Es geht hier nicht um irgendein "Unwetter", sondern eine echte regionale Umweltkatastrophe. Das im März erschienene Buch von Stefan Engel "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?" weist eindringlich auf die deutliche Zunahme regionaler Umweltkatastrophen als "Schrittmacher auf dem Weg zu einer globalen Umweltkatastrophe" hin: "Deutlich angestiegen ist vor allem die Zahl klimabedingter regionaler Umweltkatastrophen. Diese sind zwar regional begrenzt, wirken sich aber verschärfend auf die globale Umweltkrise aus. Jede regionale Umweltkatastrophe erinnert von Neuem daran, wie dringlich der weltweite aktive Widerstand gegen die globale Umweltkatastrophe ist." (S. 124)

Ein Korrespondent schrieb uns zur konkreten Ursache der regionalen Umweltkatastrophe: "Was in diesem Fall außergewöhnlich war, war das Aufeinenandertreffen der Kaltluft mit der außergewöhnlich warmen Luft an der Ostflanke des Tiefs, die hier im Süden auch Saharastaub mit sich führte."

Zu Hintergründen heißt es im Buch "Katastrophenalarm! ...": "Eine wesentliche Ursache dieser Extremwetterereignisse liegt in Veränderungen globaler Strömungssysteme der Luft. Die überdurchschnittliche und rasche Erwärmung der Arktis um 2 Grad Celsius seit 1980 beginnt den Jetwindgürtel auf der Nordhalbkugel zu destabilisieren. Dadurch verändern sich die Wege polarer Tiefdruck- und subtropischer Hochdrucksysteme. Als Folge werden Regionen für längere Zeit in eine Kältefalle eingeschlossen, während dicht daneben subtropische feuchte und warme Luftmassen nach Norden vorstoßen können. Dieses Phänomen (Rossby-Wellen) tritt häufiger, intensiver und länger auf als früher. Extreme Niederschläge, Hitzeperioden und auch lange Kälteperioden bis in den Mai, weil arktische Luftmassen in den Süden vordringen, sind die Folge in Europa, Nordamerika und Asien." (S. 128)

Jeder, der erschüttert ist über diese regionale Umweltkatastrophe, der einen Beitrag zur Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft leisten will, der sollte sich das Buch "Katastrophenalaram! ..." kaufen und aktiv verbreiten: bei Arbeitskollegen, in der Nachbarschaft und in Buchhandlungen.

In der Kurzvorstellung dazu heißt es: "Immer mehr lokale und regionale Katastrophen drangsalieren die Menschheit. Sie kennzeichnen einen Prozess des beschleunigten Umschlags der Umweltkrise in eine globale Umweltkatastrophe. Weil ihre Hauptursachen in der kapitalistischen Profitwirtschaft liegen, erfordert die Umweltfrage heute einen gesellschaftsverändernden Kampf. Dazu brauchen wir eine neue Umweltbewegung, die einen klaren Trennungsstrich gegen den imperialistischen Ökologismus zieht, sich organisiert, kämpferisch, zielstrebig und weltumspannend gegen die mutwillige Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen durch die Herrschenden Front macht." Es kostet 17,50 Euro und ist im Buchhandel oder über www.katastrophenalarm.info erhältlich.

Die Parteigruppen der MLPD aus Nordrhein-Westfalen unterstützen aktiv vor Ort die gegenseitige Hilfe, fördern die Selbstorganisation der Menschen, ergreifen besondere Initiativen zur Verbreitung des Buchs "Katastrophenalarm! ...", sind gefragte Berater und Ansprechpartner. Die MLPD fordert:

  • Unbürokratische Soforthilfe in voller Höhe der entstanden Schäden durch den Bund!
  • Beseitigung der Umweltschäden und wirksamer Katastrophenschutz zu Lasten der Verursacher!
  • Sofortige drastische Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen von 70 bis 90 Prozent bis zum Jahr 2030!
  • Sukzessives und dann vollständiges Ersetzen fossiler Brennstoffe durch regenerative Energien!
  • Energiegewinnung vor allem aus Sonne, Wind, Wasser und Bioabfällen!
  • Rettet die Umwelt vor der kapitalistischen Profitwirtschaft!
  • Kampf für eine sozialistische Gesellschaftsordnung, in der die Einheit von Mensch und Natur gesellschaftliche Leitlinie ist!