Umwelt

"Prozess-sichere" Verschwendung von natürlichen Ressourcen

"Prozess-sichere" Verschwendung von natürlichen Ressourcen
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Hannover (Korrespondenz), 18.06.14: Letzthin musste ich auf der Arbeit zwei Ersatz-Etiketten (kleiner als eine Briefmarke) für ein Produkt aus dem Schwester-Werk in Frankreich bestellen. Nach zwei Tagen kamen sie an: angeliefert durch einen Lastwagen der mindestens fünf Logistik-Unternehmen wie Schenker, DHL, UPS ..., die täglich mehrfach an die Rampe kommen.

Verpackt in einem Karton in der Größe eines Schuhkartons aus aufwendiger, stabiler Leder-Pappe mit ca. zwei Meter Plastik-Band, damit der Karton ja nicht auseinander fällt. Der Karton selbst ausgestopft mit etwa einem Meter maschinell gekräuseltem Packpapier. Die Etiketten selbst wiederum dreimal verpackt in ineinander gesteckte durchsichtige PVC-Grip-Beutel – eine einzige Orgie an wohl durchdachter Verschwendung von natürlichen Ressourcen, anstatt die Dinger einfach in einen Briefumschlag zu stecken und für 60 Cent mit der Post zu verschicken.

Das Ganze nennt sich "prozess-sicheres" Arbeiten. Hinter diesem Begriff verbirgt sich nichts anderes, als dass heute in der internationalisierten kapitalistischen Produktionsweise selbst einfachste Vorgänge in völliger Absicht und Bewusstheit der Monopole auf Kosten der natürlichen Umwelt organisiert werden.

Das waren für meine Kollegen neue Gedanken, mit denen sie die Gewöhnung an das Übliche infrage stellen konnten. Leider konnten wir das erst mal nicht fortsetzen, weil ich wenige Tage später in Rente ging. Aber wir haben nach wie vor Kontakt und ein Kollege hat das Buch "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?" gekauft.