Umwelt

Deutsche Bahn AG vergiftet Bodenseewasser mit Arsen

Deutsche Bahn AG vergiftet Bodenseewasser mit Arsen
In Pfahlbautenhäusern wie diesen haben die Menschen vor 6.000 Jahren am Bodensee gelebt. Jetzt wird das Wasser mit Schwermetallen vergiftet. (rf-foto)

Essen (Korrespondenz), 17.06.14: Abschalten im Urlaub am Bodensee – das hatten wir uns etwas anders vorgestellt. Zwar konnten wir uns mit Ausflügen in die schöne Umgebung des Bodensees und mit Krimis prima erholen. Aber der Krimi wird zur Realität: Die "Süddeutsche Zeitung" vom 30. Mai berichtet, dass schon seit Jahren verunreinigtes Grundwasser vom Bahnhof Lindau aus einem ehemaligen Öllager in den Bodensee gelangt.

Ein bahninternes Gutachten gibt zu, dass das Grundwasser "in erheblichem Maße mit Arsen und Schwermetallen belastet" ist. Die Grenzwerte werden dabei bis um das 20-fache überschritten. Zur Erinnerung: Der Bodensee ist das größte Trinkwasserreservoir Europas und versorgt große Teile Baden-Württembergs (bis Stuttgart!).

Die Bahn sieht allerdings "keinen Handlungsbedarf". Auch das zuständige Landratsamt Lindau stellt klar: Wenn das Gift ins Grundwasser gelange, "dann ist jedoch die Verdünnung so hoch, dass die Belastung wasserwirtschaftlich nicht relevant ist". Ein Schelm, wer jetzt noch an die Gesundheit von Menschen statt an die der Wirtschaft denkt!