Kultur

Ernst Busch: "Eure Träume gehen durch mein Lied"

Berlin (Korrespondenz), 21.06.14: "Am 22. Januar 1900, in der Morgenröte des 20. Jahrhunderts, kam ich in Kiel zur Welt ...". So begann der Vortrag über Ernst Busch am 14. Juni 2014 im Berliner TREFF international. Mit Bildern und Original-Film- und Tondokumenten vermittelten Carola Schramm und Sascha Schneider von der Ernst-Busch-Gesellschaft den ca. 30 Besuchern einen tiefen Eindruck vom Leben des weltberühmten Schauspielers, Sängers, Regisseurs, Kabarettisten und Kommunisten - umrahmt von Songs der "NümmesBänd".

Weltweite Verbreitung fanden u.a. seine Lieder aus dem spanischen Bürgerkrieg. Er hat sich weder durch Anwerbeversuche der Faschisten umdrehen lassen noch durch die Verlockungen des Berühmtseins. Er kuschte aber auch nicht vor der neuen Bourgeoisie in der DDR, die sich Ende der 1950er Jahre herausgebildet hat und lange Jahre versucht hat, ihn totzuschweigen.

Sicher war er auch ein Starrkopf und oft aufbrausend. Anfang der 1970er Jahre ist er in der DDR wieder aus der Versenkung geholt worden. Aber als Honecker ihm schmeicheln wollte, wandte sich Busch einfach von ihm ab mit einem lapidaren "Ja, Ja!" und ließ ihn abblitzen. Respektlosigkeit gegenüber "halben Portionen" – das war ein Merkmal dieses Künstlers.