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Griechenland: Schärferes Vorgehen bei Massenentlassungen

25.06.14 - "rf-news" berichtete bereits häufiger über das Schandurteil eines griechischen Gerichts gegen 24 Stahlarbeiter des Stahlwerks von Aspropirgos bei Athen (siehe "rf-news" vom 23.4.14). Neun Monate streikten sie gegen Massenentlassungen. Im April 2014 wurden sie in einem Sammelurteil zu bis zu 23 Monaten Gefängnis verurteilt. Diese Kriminalisierung zielte auch darauf, weitere Massenentlassungen im Stahlwerk von Aspropirgos und insgesamt einen schärferen Kurs bei der Arbeitsplatzvernichtung durchzusetzen. Das zeigt die folgende Zuschrift aus Griechenland:

"Nach 33 Jahren wurden die Bestimmungen gegen kollektive Entlassungen in Griechenland gebrochen. Das Oberste Arbeitsgericht in Griechenland stimmte der Entlassung von 54 von 95 noch beschäftigten Arbeitern des Stahlwerks Halyvourgia zu. Drei Jahre zuvor arbeiteten noch 200 Leute in diesem Werk.

Dies ist der erste Fall, in dem die Übereinkunft zwischen der griechischen Regierung und der Troika eingeführt wird, die Bestimmungen zu kollektiven Entlassungen zu lockern. Bisher konnte keine griechische Firma mehr als 5 Prozent der Beschäftigten auf einmal kündigen. Griechische Vertreter der Gewerkschaft, die bei dem Prozess vor dem Arbeitsgericht anwesend waren und gegen das Urteil stimmten, kündigten an, Einspruch einzulegen."