Umwelt

Versatzbergwerke - Tickende Zeitbomben!

Versatzbergwerke - Tickende Zeitbomben!
Die Gebäude von Schacht Ost der alten Kaligrube von Bleicherode Ost (foto: Michael Sander)

Saarbrücken (Korrespondenz), 01.07.14: Am Dienstag, den 24. Juni, kam es auf dem stillgelegten Salzbergwerk Bleicherode zu einem tödlichen Unfall. Die "Thüringer Allgemeine" schreibt dazu: "Das 67-jährige Opfer war am Dienstagnachmittag offenbar von abrutschendem Schotter, Kies und Lehm verschüttet worden. Der Gutachter hatte in 700 Meter Tiefe den Fortgang der Arbeiten an einem alten Schacht inspiziert."

Die Grube in Sollstedt und Bleicherode wird vom Privatunternehmen NDH-E betrieben. Es verfüllt und versiegelt seit Jahren die unterirdischen Hohlräume und rekultiviert die riesige Abraumhalde, die zu 80 Prozent aus Salz besteht. Die Firma finanziert sich durch die Einlagerung von Tausenden Tonnen an Abfällen pro Jahr.

Bleicherode gehört zu den zahlreichen Salzbergwerken, die im Rahmen der sogenannten Fusion des west- und ostdeutschen Kalibergbaus Anfang der 1990 Jahre geschlossen wurden. Im Jahr 1990, als der Bergbaubetrieb in Bleicherode abrupt eingestellt wurde, belief sich die Summe der Hohlräume unter Tage auf 33 Millionen Kubikmeter - die seither verfüllt werden. Wer genug zahlt, kann hier seine Industrieabfälle los werden. Giftige Schlacken, Filterstäube, Altsande ...

Dass es sich bei der Einlagerung der sogenannten Versatzstoffe um alles andere als um den Schutz der Bevölkerung geht, zeigt eine Anfrage der Grünen zur Entsorgung von Filterstäuben aus Müllverbrennungsanlagen an den Bremer Landtag von 2011. In der Antwort des Senats heißt es:

"Filterstäube werden aufgrund der Schwermetall- sowie der Dioxin/Furan-Belastung (PCDD/PCDF) als gefährlicher Abfall eingestuft. Sie enthalten unter anderem: Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Nickel, Quecksilber, Zink, sowie PCDD / PCDF. ... Die Filterstäube aus dem Müllheizkraftwerk Bremen werden im Untertageversatz in den Salzbergwerken Bleicherode und Sollstedt entsorgt.