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Empörung über Israels Terror gegen Palästinenser

Empörung über Israels Terror gegen Palästinenser

Palästinensisches Mädchen beim Protest am Nakba-Tag in Hebron (Westbank) - auf ihrem Schild steht: "Wir werden bestimmt zurückkommen, Palästina!" (foto: Shy Halatzi)

04.07.14 - Die sinnlose und brutale Entführung und Ermordung dreier jugendlicher Religionsschüler nimmt die israelische Regierung unter Benjamin Netanjahu zum Anlass für eine weitere Steigerung des Terrors gegen das palästinensische Volk. Ministerpräsident Netanjahu macht - ohne jeden stichhaltigen Beweis - die islamistische Hamas-Organisation in Gaza für deren Tod verantwortlich und kündigte eine "harte Reaktion" an. Deren Führung wies alle israelische Unterstellungen zurück. Tatsächlich liegen die Hintergründe der Tat im Dunkeln. Israel beschuldigt drei angebliche Hamas-Mitglieder, die zeitgleich zur Entführung der Schüler verschwunden seien. Nach ihnen wird gefahndet. Wirkliche Beweise für ihre Schuld gibt es bisher nicht. Zudem gehören sie offenbar zu einem Clan, der sich von der Hamas losgesagt hat.

Hier wird vor allem ein Vorwand gesucht. Schon vor der Meldung vom Tod der drei Jungen hatte Israel hunderte Palästinenser festgenommen, zahlreiche Wohnungen durchsucht und Häuser zerstört. Besonders getroffen werden soll die Bevölkerung in Gaza. In der Nacht zum Donnerstag griff die Armee zahlreiche Ziele im Gazastreifen und in Gaza-Stadt an. Gestern wurde begonnen, zusätzliche Bodentruppen an der Grenze zu Gaza zu stationieren.

Reaktionäre israelische Politiker fordern, "blutige Rache" zu nehmen. Auch in einem Teil der deutschen Medien wird Verständnis dafür geweckt. Ausgeblendet wird dabei die jahrzehntelange Besatzung und der Terror Israels gegen die Palästinenser. Während die Ermordung der Talmud-Schüler als "abscheulichste Tat" gegeißelt wird, liest man wenig darüber, dass seit dem Ausbruch der zweiten "Intifada" im Jahr 2000 bis heute 1.518 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren israelischen Übergriffen zum Opfer fielen (siehe "rf-news"-Meldung").

Mit zweierlei Maß wird auch bei dem offensichtlichen Racheakt der Ermordung eines 16-jährigen palästinensischen Jugendlichen vor zwei Tagen reagiert. Anhand der vielen Überwachungskameras entlang der Straßenbahnlinie, die am Tatort seiner Entführung vorbeifährt, dürfte es kein Problem sein, über das Nummernschild des Tatfahrzeugs die Mörder zu fassen. Selbst die Kamera des Nachbarladens hat die Gestalten der Täter gefilmt. Aber offenbar habe die Polizei "kein Interesse, die Wahrheit herauszufinden", so Abu Chedeir, der Vater des Jungen, der von seinen Mördern verbrannt wurde ("Kölner Stadtanzeiger", 4.7.14).

In Palästina, Israel und weltweit gibt es viele Proteste gegen den israelischen Staatsterror. Aus Israel schreibt ein Leser: "Ich bin momentan in Israel auf einem Schüleraustausch. Ich finde eure Beiträge bei 'rf-news' sehr interessant, weil man hier nur die Seite der Israelis mitbekommt. ... In den israelischen Medien wird nur die Meinung der Israelis gezeigt und gegen die Palästinenser gehetzt. Wir diskutieren sehr viel darüber und sind einstimmig der Meinung, dass die drei getöteten Schüler nur ein Vorwand sind, um die Palästinenser anzugreifen. ... Als Deutscher hat man natürlich eine Verantwortung wegen der Geschichte. Aber nur weil wir hier sagen, dass wir für ein freies Palästina sind, sind wir nicht antisemitisch!"

Zumindest ein zeitlicher Zusammenhang der Aggression Israels besteht zu der inzwischen wieder gemeinsamen Regierungsbildung der Organisationen Fatah und Hamas in allen palästinensischen Gebieten. Die Verschärfung des israelischen Terrors richtet sich auch gegen diese neu gewonnene Einheit.

In Jerusalem haben am 2. Juli mehr als 1.000 Menschen gegen Gewalt und Rassismus demonstriert. Palästinensische Jugendliche liefern sich Straßenschlachten mit israelischen Einsatzkräften. Der "Kölner Stadtanzeiger" berichtet von der Trauerfeier für den 16-jährigen Palästinenser: "Mustafa Abdullah, einer der Kondolenzbesucher, kann die Wut verstehen. 'Die Leute haben doch kein Leben hier, eingeschnürt zwischen Siedlungen und der Mauer um Ost-Jerusalem. Wenn die Unruhen bis zum Freitagsgebet anhalten, ist die dritte Intifada da.'"

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