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Auch in Nürnberg protestieren Flüchtlinge

Nürnberg (Korrespondenz), 10.07.14: Seit Wochen protestieren Flüchtlinge in der Nürnberger Innenstadt in einem Camp am Hallplatz unter dem Motto "Kein Mensch ist illegal". Sie kommen aus dem Irak oder Afghanistan und warten zum Teil schon über ein Jahr auf ihre Bescheide. Die Flüchtlinge sind sehr verzweifelt, sie leben in beengten Verhältnissen in Lagern, ohne Arbeitserlaubnis, ohne Perspektive. Vor fünf Tagen sind sie in einen Hungerstreik getreten.

Bei einem Protestmarsch übergaben sie ihre Forderungen an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: 1. Abschaffung der Residenzpflicht, 2. Geld statt Essenspakete, 3. Abschaffung der unmenschlichen Asylheime, 4. Keine Abschiebung der Flüchtlinge, 5. Abschaffung der Dublin-Gesetze, 6. Anerkennung der im Zelt hungerstreikenden Flüchtlinge.

Nachdem fünf von ihnen im Krankenhaus behandelt werden mussten, haben sie gestern Nachmittag ihre Aktion abgebrochen. Nachdem der Präsident des Bundesamts, Manfred Schmidt, zunächst nicht mit ihnen reden wollte, gibt es jetzt ein schriftliches Angebot von ihm und Oberbürgermeister Ulrich Maly für einen Gesprächstermin.

Wir fordern Solidarität mit den protestierenden Flüchtlingen in Nürnberg und ihre Anerkennung!