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Israelische Truppen in Gaza einmarschiert: "Den internationalen Widerstand intensivieren!"

Israelische Truppen in Gaza einmarschiert: "Den internationalen Widerstand intensivieren!"
Israelische Truppen im Gaza-Streifen (foto: Israel Defence Forces)

18.07.14 - Seit gestern Nacht israelische Truppen mit Panzern, Artillerie und Infanterie-Einheiten eine Bodenoffensive im Gaza-Streifen begonnen haben, hat sich der Terror gegen die dort lebenden Palästinenser erneut verschärft. Seit dem 7. Juli, an dem das israelische Militär mit den Bombenangriffen begonnen hat, bis Donnerstag Abend sind bereits mindestens 229 Palästinenser getötet worden, darunter 44 Kinder. Mit der Begründung, Versorgungstunnels der islamistisch-faschistischen Hamas zerstören zu wollen, hat Israels Premier Benjamin Netanjahu nun den Bodenangriff befohlen. 70.000 Soldaten der israelischen Armee sind dabei im Einsatz.

Im Buch "Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution" heißt es zu diesem Konflikt: "Das israelische Regime hält völkerrechtswidrig den größten Teil Palästinas besetzt und drangsaliert, enteignet und vertreibt, mordet dessen Bevölkerung. Die palästinensischen Arbeiter in Israel unterliegen besonderer Ausbeutung, Gaza wurde in ein 'Freiluftgefängnis' verwandelt."

Vordergründig rechtfertigt sich die israelische Regierung mit den ebenfalls provokativen Raketenangriffen der reaktionär-islamistischen Hamas, die oft von Zivilisten bewohnte Gebiete treffen. In Wirklichkeit versucht sie mit dem Bodenangriff die vollständige Kontrolle über Gaza zu erlangen und den Widerstand - der keineswegs nur von Hamas ausgeht - zu liquidieren. Das ist ihr allerdings trotz mehrfacher Angriffe gegen Gaza bisher nie gelungen.

Tatsächlich stellt das verzweigte Tunnelsystem der Widerstandskämpfer in Gaza Israel vor erhebliche Probleme. Nach Schätzungen israelischer Sicherheitsexperten konnten trotz elftägiger Bombenangriffe nur zwischen einem Drittel und der Hälfte der Raketen der Palästinenser zerstört werden. Israel fürchtet jedoch, wie bereits beim vorletzten Krieg gegen Gaza 2008/2009 nun in opferreiche Straßenkämpfe verwickelt zu werden.

In einer Pressemitteilung ruft die fortschrittliche "Volksfront zur Befreiung Palästinas" (PLFP) zu internationalem Widerstand auf: "Allein heute bombardierten die 'israelischen' Kräfte eine Rehabilitationsklinik, nachdem sie bereits acht Kinder und vier Erwachsene in Gaza getötet hatten. Sie haben ganze Familien ausgelöscht, mehr als 800 Häuser zerstört und über 18.000 schwer beschädigt. ...

Trotz der brutalen Angriff auf Gaza leisten die Palästinenser im Gazastreifen - und im gesamten besetzten Palästina sowie im Exil – Widerstand und widerstehen der Logik der Besatzer, die durch Tod und Zerstörung die Aufgabe und das leise Akzeptieren des Todes erreichen wollen. ... Während dieses Angriffs sind die arabischen Völker und die Menschen auf der ganzen Welt in großer Zahl auf die Straße gegangen. ...

Jetzt ist es Zeit, den internationalen Widerstand zu intensivieren. ... Wie sich der Widerstand in Palästina verbreitert, so muss auch der Widerstand weltweit ausgedehnt werden. Den Besatzern und ihren Unterstützern darf nicht erlaubt werden, ihre kriminelle Schlachtung unseres Volkes weiter fortzusetzen ... . Es ist Zeit, dies zu beenden und dass der weltweite Widerstand zusammen mit dem Widerstand in Palästina gehört wird. Sie dürfen nicht durchkommen! Gaza darf nicht fallen!"

Bei Demonstrationen seit letztem Freitag waren unter anderem in Frankfurt/Main 2.500 und in Dortmund 2.000 Menschen auf der Straße. Im südafrikanischen Kapstadt demonstrierten am Mittwoch 40.000 Menschen für ein Ende der israelischen Angriffe. Auf Transparenten stand unter anderem: "Israel ist ein rassistisches Apartheid-Regime". Die Metallarbeitergewerkschaft Numsa fordert seit Tagen von der südafrikanischen Regierung, den israelischen Botschafter auszuweisen und den eigenen Botschafter aus Israel zurückzurufen. Auch in vielen anderen Ländern gibt es wachsende Proteste.

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