Politik

Abraham Melzer: "Ich lebe auch in Deutschland ... und ich sehe nirgends eine Welle des Antisemitismus"

Abraham Melzer: "Ich lebe auch in Deutschland ... und ich sehe nirgends eine Welle des Antisemitismus"
Abraham Melzer (foto: tofoto)

02.08.14 - Der ehemalige deutsch-jüdische Verleger Abraham Melzer hat sich mit einer kritischen Stellungnahme zur israelischen Aggression in Gaza an den "Zentralrat der Juden" gewandt. Darin heißt es unter anderem:

"Herr Dieter Graumann vom Zentralrat der Juden hat sich wieder gemeldet, als 'bewusster und selbstbewusster' Jude. Es wäre uns allen lieber, er hätte sich als kritischer und selbstkritischer Jude geäußert. ... Er behauptet, auf deutschen Straßen sei 'gegrölt' worden, dass Juden 'vergast, verbrannt und geschlachtet' werden sollen. Wo hat er das gehört? ... Das ist unverantwortliche Hetze. ... Ich lebe auch in Deutschland, so wie er, und ich sehe nirgends eine Welle des Antisemitismus. ...

Zu den abgegriffenen Textbausteinen der prozionistischen Agitatoren gehört die Behauptung, dass der Antisemitismus in Deutschland seit 1945 noch nie so schlimm gewesen sei wie gerade heute. Das ist etwas für Leute mit einem ganz schlechten Gedächtnis. Genau die gleiche Klage konnte man bereits während Israels Gaza-Kriegen 2012 und 2009 und selbstverständlich auch während des Libanon-Kriegs 2006 hören und lesen. Schon während Israels Vorstoß bis nach Beirut 1982 war dieser Vorwurf ein alter Hut. Er tauchte erstmals im Junikrieg 1967 auf, als Israel Gaza und das Westjordanland besetzte, also vor fast 50 Jahren. ...

Es bleibt dem Zentralrat aber die BILD-Zeitung, die blind und aufrecht sich mit Israel solidarisiert. Wie kann man dann behaupten, dass es keine Solidarität mit den Juden gibt? Will der Zentralrat auch die Menschen auf den Straßen dazu bewegen, Israel zu unterstützen? Die Menschen auf der Straße sind aber nicht so blind, naiv und dumm."

(Hier der gesamte Text der Erklärung von Abraham Melzer)