Betrieb und Gewerkschaft

Daimler-Vorstand will die Sindelfinger Belegschaft erpressen

Sindelfingen (Korrespondenz), 31.07.14: Auf der Vollversammlung der Vertrauensleute in Sindelfingen am 25. Juli wurde das bisherige Ergebnis der Gespräche des Betriebsrats mit der Werkleitung präsentiert. Es sind massive Investitionen im Werk Sindelfingen vorgesehen, es wird von 1,7 Milliarden gesprochen. Das nimmt der Vorstand zum Anlass, die Belegschaft zu erpressen.

Während der Betriebsrat von eine Vision für ein fast neues Werk spricht, kommt in der Vollversammlung auf den Tisch, was der Vorstand alles haben will: Weitere Fremdvergabe von Teilen in Rohbau und Logistik, Durchfahren aller Pausen im Presswerk, Fremdvergabe von ca. 150 Arbeitsplätzen in der Montage, Wegfall einer Pause von acht Minuten am Ende der Schicht und kollektive Vergabe von 50 Prozent der Freischichten. Weiter eine Leistungssteigerung an den Montage-Bändern und eine flexible Spätschicht zwischen sieben und neun Stunden.

Auf der Vollversammlung der IG-Metall-Vertrauensleute entfaltete sich eine sehr lebendige und kritische Diskussion. Ist das wirklich "zukunftsgerichtet"? Wir wollen doch unsere erkämpften Errungenschaften für unsere Jugend und Kinder erhalten! Das ist zukunftsgerichtet. Mehrere Kollegen kritisierten, dass die IG Metall sich nicht zu Wort meldet. In fast allen Automobilwerken stehen ähnliche Auseinandersetzungen an. Der Vorschlag der Bremer Vertrauensleute zu einer gemeinsamen Vollversammlung mit Sindelfingen war da unbedingt richtungweisend (Die "Roten Fahne" bereitet derzeit einen Schwerpunkt zum Thema "Daimler"-Strategie vor - Zuschriften erwünscht).