Sie sind hier: Startseite

Dramatisches Fischsterben in der Elbe

Dramatisches Fischsterben in der Elbe

Die Meerforelle ist einer der betroffenen Arten (foto: joachim s. müller)

03.08.14 - Von den bundesweiten Medien weitgehend unbeachtet erlebte die Hamburger Bevölkerung Ende Juli ein dramatisches Fischsterben. Von der Hamburger Hafengrenze sind 15 Kilometer elbabwärts massenhaft Fische verendet. "100 Tonnen an Sauerstoffmangel erstickte Fische allein auf der 15 Kilometer kurzen Elbstrecke flußabwärts hinter dem Hamburger Hafen – eine Katastrophe, menschengemacht", berichtet Jürgen Bader von der MLPD in Hamburg. Aktuell eine Woche danach gibt es immer noch keine Maßnahmen vom Hamburger Senat.

"Das Elbe-Fischsterben ist kein 'Einzelunglück'", so die MLPD Hamburg in ihrer Pressemitteilung weiter: "Es ist Teil und Wechselwirkung mit dem beschleunigten Übergang zu einer globalen Umweltkatstrophe. Die sich häufenden regionalen Hochwasserkatastrophen - wie auch an Oder und Elbe - schwemmen weltweit extrem viele Nährstoffe in die Flüsse und Meere mit Algenbildung und anschließendem Sauerstoffentzug. Einleitung von Industrieabwässern, das Kühlwasser der Kraftwerke - vorn allem des neuen Kohlekraftwerks von Vattenfall in Hamburg-Moorburg - heizen die die Elbe weiter auf. Das schaukelt sich hoch mit einer sprunghaft erhöhten Verschmutzung der Weltmeere mit unverrottbarem Plastikmüll, Erdöl, Radioaktivität."

In den Hamburger Medien und aus den Reihen der bürgerlichen Politik wird die Frage der Verantwortung sehr stark objektiviert und vereinzelt: "Die Hitzewelle", die "verstärkte Algenblüte" … Zusammenhänge wie zum Versalzen der Grundwässer durch Kali-Monopole werden erst gar nicht thematisiert (mehr dazu). Die MLPD Hamburg nennt dagegen Ross und Reiter:

"Wir klagen an:

  • die Chemie- und Agrarkonzerne, hauptsächlich verantwortlich für die Überdüngung der Böden mit der Folge der Algenbildung in der Elbe. Verantwortlich für die Verfünffachung des weltweiten Kunstdüngereinsatzes allein in den letzten 50 Jahren, woraus sie Superprofite ziehen. Etwa 160 Millionen Tonnen Stickstoff (N), Phosphat (P2O5) und Kali (K2O ) entziehen Gewässern den Sauerstoff und damit das Leben (Quelle: "Katastrophenalarm!“, S.152).
  • die großen Bau- und Baumaschinenkonzerne, Erdbau-, Bagger- und Transportunternehmen, die täglich Riesengeschäfte mit der Zerstörung der Elbe machen. Vor der letzten Elbvertiefung 1999 lag die durchschnittliche Baggermenge bei etwa 2,5 Millionen – heute bei über 8 Millionen Kubikmeter pro Jahr! (Quelle: "Rettet die Elbe")
  • den Hamburger Senat, der im Dienste der internationalen Monopole mutwillig das Leben in der Elbe dem Größenwahn der Reeder im Dienste der internationalen Monopole zu opfert. Das sind dieselben, die für die immer unerträglichere Arbeitshetze an den Kais verantwortlich sind!"

Jürgen Bader von der MLPD attackiert das Ausspielen von Arbeitsplätzen gegen den Umweltschutz: "Die Arbeitsplätze, die angeblich durch die Elbvertiefung 'gesichert' bzw. geschaffen werden, wären Arbeitsplätze auf Kosten der Zerstörung der Umwelt. Hunderttausende neue Arbeitsplätze werden dagegen im Umweltschutz gebraucht. 100 Tonnen tote Fische in Hamburg mahnen uns: Schluss mit der Elbvertiefung! Rettet die Umwelt vor der Profitwirtschaft!"

Artikelaktionen
Entwickelt durch Mediengruppe Neuer Weg   powered by Plone   Kontakt: webmaster@rf-news.de