Umwelt

Kali-Monopole versalzen Grundwasser

Kali-Monopole versalzen Grundwasser
Der "Monte Kali" in Neuhof/Rhön (foto: Tobias Kullmann)

Wilhelmshaven (Korrespondenz), 01.08.14: Im Grenzgebiet Hessen-Thüringen werden in sechs Bergwerken in großem Maßstab Kali- und Magnesium-Rohsalze abgebaut. Das Kaliwerk von K+S im Werratal erstreckt sich unter Tage auf einer Fläche von 600 Quadratkilometer, die so groß ist wie München. Der internationale Konzern K+S (Kali + Salz) ist der fünftgrößte Kaliproduzent der Welt und in Westeuropa der führende Anbieter.

Rund 13 Millionen Kubikmeter salzhaltige Lauge fallen jährlich als Abfall an und werden je zur Hälfte in die Werra eingeleitet und im Boden verpresst. Zusätzlich fallen pro Jahr etwa 17 Millionen Tonnen feste Rückstände an, die in riesigen Salzhalden abgelagert und nach und nach durch den Regen in den Boden geschwemmt werden. Die Werra ist an den Einleitungsstellen so salzig, dass sich der Flusskrebs "Gamerus Tigrinus", der originär im Brackwasser an der Meeresküste lebt, hier sehr wohl fühlt. Die ersten Trinkwasservorräte im Grundwasser des thüringischen-hessischen Grenzgebiets sind bereits versalzen (siehe hier).

Nun wird geplant, die Salzlauge nicht mehr über Werra und Weser, sondern über eine 450 Kilometer lange Pipeline direkt in die Nordsee zu leiten (siehe auch "rf-news"-Meldung vom 4.7.14). Genauer gesagt in die Jade bei Hooksiel (bei Wilhelmshaven), haarscharf an der Grenze zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Neben Kochsalz würden täglich mehrere Hundert Tonnen Kalium und Magnesium in die Jade fließen. Bei anormal hoher Konzentration, wie sie in diesem Fall auftreten würden, wirken Kalium und Natrium als gefährliches Zellgift. Eine Störung des sensiblen Ökosystems Wattenmeer ist vorprogrammiert.