Umwelt

"Klimacamps" leisten Widerstand - kommt zum Sommercamp des REBELL!

"Klimacamps" leisten Widerstand - kommt zum Sommercamp des REBELL!
Rebellen und Rotfüchse beim Umweltkampftag am 16.11.2013 in Essen (rf-foto)

02.08.14 - Als Folge der sich beschleunigenden Klimaerwärmung erleben wir in diesem Sommer nicht nur in Deutschland extreme Unwetter mit Gewittern und monsunartigen Regengüssen. Am Montag waren erneut Nordrhein-Westfalen, aber auch das südliche Niedersachsen und Baden-Württemberg von Starkregen und Überschwemmungen betroffen. In Münster ertrank ein 76 Jahre alter Mann in einem vollgelaufenen Keller. Ein weiterer Mann kam mit dem Auto von einer überfluteten Straße ab und verunglückte tödlich.

Doch statt die klimaschädliche Kohleverstromung zurückzufahren, wird sie durch die Politik von Bundesregierung und EU noch ausgebaut. Unter den 30 europäischen Kraftwerken mit dem höchsten Kohlendioxid-Ausstoß waren 2013 gleich neun in Deutschland, drei davon stehen in Nordrhein-Westfalen. Das geht aus einer Studie des WWF (World Wide Fund for Nature) hervor. An erster, zweiter und fünfter Stelle dieser neun größten deutschen Klimakiller stehen die RWE-Kraftwerke Neurath, Niederaußem und Weisweiler.

Während in Deutschland jetzt der Stadtrat von Stade dem Bau eines Kohlekraftwerks auf dem Gelände des Chemiewerks Dow zugestimmt hat, will ein EU-Projekt sogar 300 Millionen Euro in ein neues Kohlekraftwerk in Großbritannien investieren. Von diesem sollen mit der CCS-Technologie (CO2-Abscheidung und -Speicherung) 1,8 Millionen Tonnen Treibhausgase mit einer Pipeline in einen unterirdischen Speicher unter der Nordsee geleitet werden – mit unabsehbaren Folgen für die weitere Versauerung der Nordsee und der Weltmeere. Die EU-Subventionen stammen aus dem "Emissionshandel"!

Gegen solche Pläne regt sich zunehmender Widerstand. In Stade demonstrierten Umweltschützer schon während der Ratssitzung. Noch bis zum 3. August findet zum fünften Mal das "Klimacamp Rheinland" statt. Der Platz für die ca. 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer musste gegen den Stromkonzern RWE erst durchgekämpft werden, weil unter seinem Druck zwei Landeigentümer ihre Zusage zurückzogen. Schließlich wurde es von Borschemich auf einen Sportplatz neben dem Lahey-Park zwischen Kückhoven und Holzweiler verlegt. Am Freitag, den 1. August, fand ein dort Aktionstag statt (mehr auf der Camp-Homepage).

Das Klimacamp im Lausitzer Braunkohlegebiet ist vom 16. bis 24. August in Kerkwitz bei Guben. Für den 23. August rufen mehrere Umweltorganisationen zur ersten internationalen Anti-Kohle-Kette von Kerkwitz (Deutschland) bis Grabice (Polen) auf (mehr dazu unter: www.humanchain.org).

Ein Camp mit anderer Gewichtung hat heute in Truckenthal (Thüringen) begonnen: das Sommercamp von REBELL und ROTFÜCHSEN. Dort spielt ebenfalls der aktive Widerstand zur Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft eine große Rolle. Dabei geht es aber nicht nur um konkrete Aktionen gegen die klimazerstörererische Politik der Herrschenden. Sondern auch darum, wie wir ihnen die Welt aus der Hand nehmen und die grundlegende Einheit von Mensch und Natur wiederherstellen können.

Dazu trägt unter anderem der Erfahrungsaustausch mit befreundeten Jugendorganisationen aus Europa und Migrantenorganisationen bei. Beim nötigen Durchblick bezüglich der gesellschaftlichen Ursachen der Umweltzerstörung und einer revolutionären Alternative hilft das neue Buch "Katastrophenalarm". Das ist allerdings nur ein Teil des vielseitigen Programms auf diesem Sommercamp. Es geht noch bis zum 16. August. Wer mehr darüber in Erfahrung bringen und sich anmelden will, kann dies auf der Homepage des Jugendverbands REBELL tun.