Umwelt

Bannerparade gegen die Bahn - "S21"-Show - Baustopp jetzt!

Bannerparade gegen die Bahn - "S21"-Show - Baustopp jetzt!
Der geschändete Stuttgarter Schlossgarten (foto: Mussklprotzz/CC BY-SA 3.0)

05.08.14 - Schon um 6.30 Uhr früh am Morgen standen die ersten Demonstranten an der Baustelle von "S21" in Stuttgart. Der Grund waren die beginnenden Grabungsarbeiten für das Wahnsinnsprojekt. Immer wieder kamen neue hinzu, während andere wieder zur Arbeit mussten. Insgesamt waren zirka 150 Menschen zur frühen Morgenstund auf den Beinen. Es herrschte gute Stimmung und Entschlossenheit. Die "Versorger" hatten Kaffee, "Zwetschge" und "Brötle" dabei.

Mit einer Show wollte die Bahn die Baugrube 16 für den "S21"-Bahnhofstrog (besser: "Bahnhofsbetrog") eröffnen. Eingeladen waren die Politiker des Landes und der Stadt, Vertreter der LandesbankBW und den Mächtigen der Auto-, Bau- und Betonindustrie. Doch diese Herren zogen es vor, die Feierlichkeiten direkt vor dem abgeholzten und geschredderten Schlossgarten und dem angekündigten breiten Protest der "S21"-Gegnerinnen und -Gegner abzusagen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann, OB Fritz Kuhn, Bahnchef Rüdiger Grube, Ingenieur Martin Herrenknecht, Kanzlerin Merkel und CDU Generalsekretär Alexander Dobrindt wagten es nicht, an diesem Ort des 30. September 2010 ("Schwarzer Donnerstag") den erneuten "Beginn" der Baumaßnahme für den 100 Meter breiten, 16 Meter tiefen und 900 Meter langen Trog zu feiern. Sie hätten es schwer gehabt, unter dem Lärm der Trillerpfeifen, den Trommelrhythmen der "Lokomotiv" und der Band "Capella Rebella" sowie den "Lügenpack"- und "Baustopp jetzt!"-Rufen ihren Sekt zu trinken und Jubelarien auf das "neue Herz Europas" zu singen.

Der "S21"-Widerstand machte mit der (symbolischen) Blockade, einer Menschenkette zwischen 9 Uhr und 12 Uhr und einer "Banner-Parade" unter dem Motto "Lasst 100 Banner blühen!" mobil gegen dieses aufgezwungene und unnütze Großprojekt "S21". Schon auf der Montagsdemo tags zuvor führte der Redner Dr. Ing. Hans-Jörg Jäkel von der Gruppe "Nordlichter" aus, dass keine Genehmigung  für die Verdoppelung der abzupumpenden Grundwassermenge aus dem Schlossgarten, für die Planänderung des Nesenbachdükers, die Benutzung öffentlicher statt der verordneten Baulogistik-Straßen, die Finanzierung der Milliarden-Baukosten etc. vorliegt.

"Das ist eine reine Machtdemonstration ... und die muss verhindert werden", schlussfolgerte Dr. Jäkel. Dagegen unterstreicht das ehemalige Mitglied des "Kommunistischen Bund Westdeutschland" und jetzige OB Fritz Kuhn (Grüne), der wie sein Ministerpräsident Kretschmann mit den Stimmen des Widerstandes auf seinen Posten gewählt wurde, den Verrat der Grünen. Er behauptet: "Wenn die Mehrheit nicht mehr zählt, gefährden wir die Essenz unserer Demokratie!" Fragt sich nur, was Kuhn und seinesgleichen unter Mehrheit und Demokratie verstehen.

Eine "Volksabstimmung" unter der Herrschaft des allein herrschenden internationalen Finanzkapitals und ihrer Dienstleister in den Monopolparteien, täglich begleitet von ihrer Medien-Manipulationsmaschinerie im Schulterschluss mit dem Justiz- und Polizeiterror ist allein eine "Demokratie" für die Herrschenden. Eine echte Demokratie für die Massen kann es erst geben, wenn die Arbeiter und die Massen dazu auch die Macht haben – was ein sozialistisches System und eine revolutionäre Machtübernahme voraussetzt.

Das Buch "Katastrophenalarm!" von Stefan Engel wurde schon an zirka 30 Gegner- und Gegnerinnen verkauft. Es gehört in die Hand jedes Gegners und jeder Gegnerin von "S21".

Last Minute-Meldung: Die Menschenkette konnte geschlossen werden. Herzlichen Glückwunsch! Kurz vor 12 Uhr wurde die Straße vor dem Kopfbahnhof tatsächlich kurzzeitig blockiert. Um 18 Uhr soll der Aktionstag mit einer Kundgebung vor dem Hauptbahnhof weitergehen.