Umwelt

Balkan: Unwetterkatastrophen in immer kürzeren Abständen

Balkan: Unwetterkatastrophen in immer kürzeren Abständen
Flutschäden im serbischen Krupanj vom Mai 2014 (foto: Zoran Dobrin)

13.08.14 - In der vergangenen Woche wurde der Balkan erneut von schweren Unwettern heimgesucht. Regenfälle, Hagel und Gewitter entluden sich über Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien. Und das, nachdem hier erst vor knapp drei Monaten im Mai die schwersten Überschwemmungen seit 120 Jahren wüteten. Eine Korrespondentin berichtet zur aktuellen Entwicklung in Bosnien:

"Kaum sind die Möbel, Wände und Felder getrocknet, suchte vor allem in der letzten Woche wieder ein Hochwasser Regionen Bosniens heim. Auf unserer Durchreise sahen wir die schlimmen Schäden und Erdrutsche des letzten Hochwassers, die ganze Häuser verschluckten. Außer privaten Spenden ist noch nichts bei den Betroffenen angekommen - vor allem nicht die von der Regierung zugesagten Hilfsmittel. Der Hass auf die Regierung wächst. Bei dem neuen Hochwasser mischt sich dieser mit Verzweiflung, aber auch der Frage, was mit dem Klima grundsätzlich nicht stimmt.

Schon in den Protesten gegen die Regierung Anfang des Jahres, aber auch bei den Hochwassern entwickeln sich Solidarität und Zusammenhalt quer durch alle Ethnien auf dem Balkan. Das ist für die Länder des ehemaligen Jugoslawien sehr wichtig."

Der Zusammenhang mit der Entwicklung der Jahrhunderthochwasser an Elbe und Saale 2003 und 2012 drängt sich auf, die im Abstand von nur elf Jahren mit verheerenden Folgen in Ostdeutschland und Tschechien auftraten. In den Balkanländern und anderen mitteleuropäischen Ländern wie der Schweiz und Österreich zeigt sich 2014 eine noch schnellere Folge regionaler Unwetterkatastrophen.

Bereits im Mai hatten extreme Regenfälle in Bosnien, Serbien und Kroatien Straßen, Brücken und Häuser weggeschwemmt. 51 Menschen kamen ums Leben. Von den Überflutungen waren 40 Prozent Bosniens betroffen, fast ein Viertel der vier Millionen Einwohner mussten evakuiert werden. Zusätzlich wurden in den Böden verborgene Minen der Balkankriege aufgeschwemmt, eine Gefahr, die bis heute noch gar nicht abschätzbar ist.

Die damalige Unwetterkatastrophe hat aber noch andere Folgen. Sie hat in Bosnien die Obsternte halbiert sowie die Qualität des Obstes verschlechtert, so dass der traditionelle Export in andere EU-Länder dramatisch einbricht. Allein die Schäden der Unwetterkatastrophe im Mai werden für Bosnien und Serbien auf 3,5 Milliarden Euro geschätzt.

Die größte Gefahr geht von der weiteren gewissenlosen Steigerung des CO2-Ausstoßes durch die internationalen Energiemonopole aus. Die Steigerung des weltweiten CO2-Ausstoßes seit 1990 um 60 Prozent führt zur Erwärmung der Weltmeere mit immer kürzer aufeinander folgenden und immer heftigeren Unwetterkatastrophen. Das Buch von Stefan Engel "Katastrophenalarm!" weist nach, dass die Häufung regionaler Umweltkatastrophen – wie auf dem Balkan – Schrittmacher und Ausdruck des beschleunigten Übergangs in die globale Umweltkatastrophe ist. Das Buch gehört in die Hand eines jeden, der sich um die Umwelt sorgt.

Der Aufbau einer internationalen Widerstandsfront zur Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft ist die entscheidende Konsequenz aus der Häufung der Wetterkatastrophen. Sie sind auch ein weiterer wichtiger Grund, um kämpferisch, breit und unübersehbar am Weltklimatag und ICOR-Kampftag am 6. Dezember 2014 auf die Straße zu gehen und das jetzt vorzubereiten.