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Weiterer Prozess wegen Teilnahme am Generalstreik

Weiterer Prozess wegen Teilnahme am Generalstreik
Plakat aus der Solidaritätsbewegung

Berlin (Korrespondenz, gekürzt), 23.08.14: Am 14. November 2012 wurde zum ersten Mal in der Geschichte der EU in mehreren Ländern gleichzeitig zum Streik aufgerufen. In Italien, Malta, Portugal, Spanien und Zypern fand ein eintägiger Generalstreik statt. Bis heute laufen dagegen Kriminalisierungen.

An diesem Tag wurde der damals 21-jährige Alfonso Fernández Ortega - von Freunden Alfon genannt - durch die Polizei in Madrid festgenommen, als er auf dem Weg zu einem Streikposten war. Nach 56 Tagen in U-Haft wurde Alfon vorerst frei gelassen. Sein Prozess findet am 18. September 2014 in Madrid statt. Wie aus Justizkreisen verlautet, kann er fünfeinhalb bis acht Jahre Haft bekommen.

In Spanien liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 53,5%, die Regierung fordert von der Bevölkerung die Unterwerfung unter das Spardiktat der EZB, 80% der Jugendlichen unter 30 Jahren leben noch im Elternhaus, gleichzeitig gibt es täglich 106 Zwangsgräumungen landesweit. Die Ausgaben für Materialen der Einsatzpolizei wurden um 1.780% erhöht.

Alfon soll kriminalisiert werden, stellvertretend für alle, die Widerstand gegen die herrschenden Zustände leisten. Auch andere wurden in der letzten Zeit für ihre Teilnahme an Streiks verhaftet und zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Alfon und Elena aus Vallekas berichten bei einer Infoveranstaltung in Berlin am Samstag, dem 6. September 2014, um 19 Uhr im Versammlungsraum im Mehringhof | Gneisenaustrasse 2a | U-Bhf Mehringdamm.