Wirtschaft

Amazon kauft Twitch - Autorenproteste gegen Amazon

26.08.14 - Amazon hat für fast eine Milliarde Dollar die Streamingplattform "Twitch" gekauft. Mitbewerber Google hat das Nachsehen. Der Streaming-Dienst Twitch hat sich auf die Live-Übertragung von E-Sport-Wettkämpfen spezialisiert. Amazon hat erkannt, dass Computer- und Videospiele längst keine Nischenerscheinung mehr sind. Twitch hat 55 Millionen Zuschauer im Monat. Mit dem Erwerb von Twitch will sich Amazon eine eigene, nicht von Google abhängige Werbeplattform schaffen.

Neben diesem Coup arbeitet Amazon an der Expansion und Festigung seiner marktbeherrschenden Position mittels Druck auf Verlage, um höhere Rabatte herauszuschinden. In Deutschland ist die Bonnier-Gruppe betroffen, zu der Ullstein und Piper gehören.

Mehr als 1.600 deutschsprachige Autorinnen und Autoren haben einen offenen Protestbrief gegen Geschäftspraktiken von Amazon unterzeichnet. Amazon liefert gedruckte Bücher von Verlagen, mit deren Rabatten für E-Books er nicht zufrieden ist, verspätet aus und manipuliert Empfehlungslisten. "Es ist auf jeden Fall ein erpresserisches Vorgehen, wenn einer der größten Buchhändler sich entschließt, ein bestimmtes Sortiment aus verhandlungstaktischen Gründen nach hinten zu stellen", meint der Schriftsteller Jakob Hein. Seine Bücher wurden erst mit neun Tagen Verspätung zugestellt.

In Deutschland kontrolliert Amazon inzwischen 20 Prozent des Buchhandels, etwa 75 Prozent aller Internetbuchkäufe werden bei Amazon getätigt.