Politik

Antikriegstag mit gut besuchten Aktionen und vor neuen Herausforderungen

Antikriegstag mit gut besuchten Aktionen und  vor neuen Herausforderungen
Demonstration gestern in Düsseldorf

31.08.14 - „Konserve“ - hieß die Aktion, mit der die Hitlerfaschisten im August 1939 die letzten Vorbereitungen für ihren Angriffskrieg auf Polen trafen. Ihr eigentliches Ziel war die damals noch sozialistische Sowjetunion. Dafür erhielten sie de facto bis zum letzten Tag auch Unterstützung der erzreaktionären polnischen Regierung. Bis faschistische Bomben Polen trafen. Der deutsche Sicherheitsdienst der SS, der SD und die Abwehr der deutschen Wehrmacht bereiteten Grenzprovokationen bei Gleiwitz, Hochlinden und Pietschen vor, die beweisen sollten, dass reguläre polnische Truppen deutsches Territorium beschritten hätten.

Als „Beweis“ sollten erschossene KZ-Häftlinge dienen, denen polnische Uniformen angezogen wurden. Damit hatte sich Hitler seinen Anlass geschaffen. Der „Fall Weiß“, der Überfall auf Polen konnte beginnen und damit die Entfesselung des II. Weltkrieges. Zum zweiten Male brach der deutsche Imperialismus einen Weltkrieg vom Zaun an jenem 1. September vor 75 Jahren. Über 55 Millionen Tote, Millionen verletzte und schwerverletzte, und verkrüppelte Menschen, verwüstete Länder, Armut und Elend waren das Ergebnis. Aber nicht nur: die Vernichtung des Hitlerfaschismus und die Entstehung neuer volksdemokratischer Staaten wie der Volksrepublik Polen und der DDR, hoffnungsvolle Anfänge des Aufbaus sozialistischer Länder waren Erfolge des antifaschistischen Kampfs.

Selten in der Nachkriegszeit war die Welt mit derart vielen und gefährlichen kriegerischen Brandherden konfrontiert wie heute. Erst gestern wurden britische Pläne bekannt, eine Osteuropa-Eingreiftruppe der NATO aufzustellen. Über 2.000 Menschen mussten im imperialistischen Tauziehen um die Vorherrschaft über die Ukraine bereits ihr Leben lassen.

In Palästina/Israel kostete der Überfall der israelischen Armee auf den Gaza-Streifen über 2.000 Menschen das Leben. Nach Angaben von Unicef ist jedes vierte Opfer ein Kind. Ähnlich wie vor 75 Jahren beim Überfall auf Polen wurde ein Vorwand geschaffen: die israelische Regierung machte die Hamas verantwortlich für drei Morde an Jugendlichen. Von der deutschen Presse unbeachtet bleibt das Statement des Auslandssprechers der israelischen Polizei, Micky Rosenfeld, dass die wegen der Morde an den israelischen Jugendlichen gesuchten Leute nicht unter dem Kommando der Hamas standen. (siehe)

Im Irak/Syrien kostete der Stellvertreterkrieg um die Vorherrschaft allein in Syrien bereits knapp 200.000 Menschen das Leben. Faschisten vom Schlage IS/ISIS versuchen, einen faschistischen Gottesstaat zu errichten. Mutig stellen sich ihnen vor allem in den kurdischen Gebieten die Menschen mit der Waffe entgegen. An vorderster Front Revolutionäre und Guerilla der PKK und PYD. Sie auch mit Waffenlieferung zu unterstützen, wird eine wichtige – aber sicher heiß diskutierte - Forderung auf den zahlreichen Antikriegstagkundgebungen sein.

Der Antikriegstag ist in den östlichen Bundesländern noch unter dem Namen „Weltfriedenstag“ bekannt. Selten in den letzten Jahren war es so dringend, gegen Faschismus und imperialistischen Krieg auf die Straße zu gehen. Dazu hat auch die revolutionäre Weltorganisation ICOR aufgerufen. (den Aufruf lesen).

Erste Aktionen fanden bereits gestern statt. So in Düsseldorf, von wo ein Korrespondent berichtet: „Ein Bündnis von über 20 Organisationen – linke Parteien, darunter die MLPD, Migrantenorganisationen, Friedensinitiativen und VVN – hatte aufgerufen unter dem Motto „Stoppt die Kriege! Solidarität mit den Widerstandsbewegungen!“. Knapp 550 Teilnehmer versammelten sich und bildeten die seit Jahren wieder größte Antikriegstagsdemo in Düsseldorf, mit deutlich kämpferischem Charakter und Sprechchören. Dazu trugen vor allem die kurdischen, türkischen und yesidischen Migrantenorganisationen bei. Neben der MLPD nahmen noch zwei weitere ICOR – Organisationen teil, die MLKP und BP (NK-T) -Bolschewik Parti (Nordkurdistan – Türkei).“

Infos über Kundgebungen und Demonstrationen meist von Aktionseinheiten getragen soweit bekannt.