Umwelt

Ukraine: Experten warnen vor Atomkatastrophe

02.09.14 - Wegen der Kämpfe in der Ukraine wächst das Risiko für die Atomanlagen in dem Land. Derzeit sind in der Ukraine 15 Reaktoren an vier Standorten in Betrieb. Nur rund 200 Kilometer von der Kampfzone entfernt stehen die sechs Reaktorblöcke der Nuklearanlage Saporischschja. Sie gilt als größte Atomanlage Europas.

Gegen einen direkten Beschuss sind die Reaktoren kaum geschützt. Die Reaktorhülle aus Beton sei nur 1,20 Meter dick und überstehe nur den Absturz kleinerer Flugzeuge, sagte Tobias Münchmeyer, Atomexperte von Greenpeace.

Michael Sailer, Atomexperte vom Ökoinstitut in Darmstadt, betonte, dass nicht nur ein direkter Beschuss ein großes Sicherheitsrisiko darstellt. Auch die Zerstörung von Hochspannungsleitungen oder sensibler Anlagen im Umfeld der Atomanlage könnten fatale Folgen haben. Der Ausfall der Stromversorgung über mehrere Stunden könne zu einer Kernschmelze führen. "Dann haben wir eine Situation wie in Fukushima", sagte Sailer zur "WAZ".

Da niemand wisse, ob sich die Kämpfe ausweiten, müssten die Reaktoren möglichst rasch heruntergefahren werden, fordert er.