Politik

Antikriegstag München "Stoppt die Kriegstreiber!"

München (Korrespondenz), 02.09.14: Am 1. September protestierten mehr als 200 Menschen gegen die Kriegsbrandherde vor allem in Irak/Türkei/Syrien und in der Ukraine. Engagiert wurde das Verbot der PKK in Europa kritisiert, wo es doch gerade die kurdischen Kämpfer waren, die die IS-Truppen stoppten.

Eine Courage-Vertreterin wandte sich vor allem gegen die Verdrehung der Rolle der Frauen in bundesdeutschen Massenmedien, wo Frauen fast nur in der Opferrolle vorkommen. "Es sind die Frauen, die sich in Rojava/Syrien in der Regierung der Selbstverwaltung eine Gleichberechtigung erkämpft haben, von der wir hier in Europa nur träumen können. Kurdische Freiheitskämpferinnen haben im Nordirak den IS-Truppen entscheidende Niederlagen beigebracht." Dass selbstbewusste und kämpferische Frauen auf der ganzen Welt Herrschenden den Schlaf rauben, sehe man ja auch im eigenen Land, wo dem Frauenverband Courage die Gemeinnützigkeit entzogen worden sei, so die Courage-Frau.

Auch wurde der nicht in der Aktionseinheit diskutierte Aufruf kritisiert, der einseitig nur den EU-Imperialismus in der Ukraine in den Vordergrund stellt und den russischen Imperialismus verschont. Mehrere Redner kritisierten die Bundesregierung, der es auch bei den Waffenlieferungen nur darum gehe, den Fuß in der Tür zu haben, so ein Sprecher der kurdischen Jugend.

Im Vorfeld der Aktion legten selbsternannte Führer ein seltsames Demokratie- und Aktionseinheitsverständnis an den Tag. In der ursprünglich von der MLPD mitinitiierten Aktionseinheit wurden auf dem letzten Treffen unter dem scheinheiligen Vorwand, man solle doch lieber keine Parteien reden lassen, formale Zeitfragen in den Vordergrund gerückt und protokollarisch festgelegte Absprachen per zufälliger Mehrheitsentscheidung gekippt. Dass dies nur zur Schwächung von Aktionseinheiten führt, wurde in der ganzen Aktion überdeutlich. Darüber werden wir die Auseinandersetzung noch führen.

Mitgeführte Plakate "Freiheit für Kurdistan und Palästina" regten auf der Heimreise die Diskussion mit zwei Jugendlichen an, die erstaunt feststellten, dass die Standpunkte MLPD ihren eigenen zur verzerrten Darstellung der militärischen Auseinandersetzungen in der bürgerlichen Presse am ehesten entsprechen. Sie kauften eine Rote Fahne und wünschten weiteren Kontakt. "Wenn wir gewusst hätten, dass so eine Partei auf dem Wahlzettel steht, hätten wir sie gewählt!"