Köln: Aktionseinheit durchgesetzt

Köln (Korrespondenz), 02.09.14: Die Montagsdemo Köln hatte zu einer Kundgebung und Demonstration am 1. September aufgerufen: "Wir unterstützen die Völker in ihrem Kampf gegen imperialistische Kriege für ihre Freiheit."

Etwa 70 Menschen, Mitglieder verschiedener Organisationen und Einzelpersonen schlossen sich an. An den Fahnen und Transparenten waren Kollegen von Ver.di, der IG Metall, der DKP, der AGIF, der MLPD, des REBELL und des Frauenverbands Courage auszumachen. Bei der Kundgebung meldeten sich am offenen Mikrophon zu Wort eine Vertreterin des sozialistischen Frauenbundes SKB, die zur Unterstützung des Kampfes gegen den Islamischen Staat (IS) aufrief, und ein Kollege aus dem Iran, der die Frage von Krieg und Frieden zuspitzte: "Sozialismus oder Barbarei!"

Dann trugen mehrere Teilnehmer das Gedicht von Wolfgang Borchert "Sag nein" vor. Ernst Herbert von der MLPD griff das auf als Ausdruck des tiefen Friedenswunsches der Massen, zeigte aber anhand des Terrors der faschistischen IS und der Machenschaften der imperialistischen Mächte im nahen Osten, dass dem imperialistischen Krieg und dem Faschismus mit einem "Nein" nicht beizukommen ist. Deshalb unterstütze die MLPD den gerechten Kampf der Kurden gegen die IS. Ein IGM-Kollege führte an der aktuellen Entwicklung aus, dass der Krieg die Fortsetzung der Politik "Wer geht aus der Krise als Sieger hervor" mit anderen Mitteln darstellt. Von der Gruppe "Gehörwäsche" wurde das Lied "Bella ciao" angestimmt, in das das die Umstehenden bewegt einstimmten.

Dann ergriff eine junge Frau das Wort: sie verstehe nicht, dass es hier auf der Domplatte zwei getrennte Kundgebungen zum Antikriegstag gebe, die Kundgebung der Montagsdemo solle sich der anderen des Friedensforums anschließen. Die Sprecherin der Montagsdemo griff das auf und wies darauf hin, dass das Friedensforum auf den Vorschlag einer gemeinsamen Aktion nicht reagiert habe, unterstützte aber den Vorschlag, die eigene Kundgebung zu beenden und zu der anderen hinüber zu gehen. Nach einer kurzen Debatte stimmten die meisten Teilnehmer diesem Vorschlag zu. Das Grußwort der Sprecherin der Montagsdemo an die ca. 250 Teilnehmer der anderen Kundgebung, in dem sie dazu aufrief, im nächsten Jahr von vorneherein gemeinsam den Antikriegstag vorzubereiten, wurde mit Applaus aufgenommen. Die "Gehörwäsche" begeisterte dann noch mit einem proletarischen Antikriegslied aus dem ersten Weltkrieg.