Politik

Reichtum und Armut steigen in Deutschland

Reichtum und Armut steigen in Deutschland
(foto: andreas hermsdorf pixelio.de)

06.09.14 - 150 Milliardäre gibt es inzwischen in Deutschland, das berichtet die Beilage „Bilanz“ der „Welt“. Die 500 reichsten Deutschen bringen es allein auf 591 Milliarden Euro. Die Spitzenposition nehmen inzwischen Maria Schaeffler und ihr Sohn ein mit 21,5 Mrd Euro. Ihnen gehören unter anderem 46 Prozent des Continental-Konzern. Aber auch mit Discountmärkten läßt sich immenser Reichtum anhäufen. So bringen es die Familien Albrecht auf 18 Milliarden Euro im Süden und 16 Milliarden Euro im Norden der Republik. Seit 2010 stieg die Zahl der Vermögensmillionäre um 22 Prozent auf 892.000. „Die Schere zwischen Arm und Reich ist in Deutschland besonders weit aufgerissen“, schreibt dazu die neue Printausgabe der Roten Fahne. (Hier bestellen.)

So verhungert in Deutschland wohl so gut wie niemand, aber mindestens 8 Prozent können sich jeden zweiten Tag keine vollwertige Mahlzeit leisten, sei es nun mit oder ohne Fleisch. Jeder fünfte kann sich keine Urlaubsreise leisten. Jede Dritte kann unerwartet anfallende Ausgaben nicht aus der eigenen Tasche bezahlen. Der Anteil der „Kaufkraftsarmen“ ist den Großstädten mit 22 Prozent am größten. In Köln liegt er bei 26,4 in Dortmund bei 25,5 und verschiedenen Bezirken Berlins bei 24,5 Prozent. Diese Verarmung trifft 45 Prozent aller Arbeitslosen, die Hälfte aller Alleinerziehenden und ein Viertel aller Alleinstehenden.

Aber auch wer Arbeit hat, kann oft davon nicht leben. „Rund 1,3 Millionen Menschen ... erhalten aufstockendes Arbeitslosengeld II. Das ist nichts anderes als eine Senkung des Lohnes unter seinen durchschnittlichen gesellschaftlichen Wert auf Kosten der Gesellschaft bzw. Steuerzahler“, prangert die aktuelle Ausgabe der Roten Fahne an.

Und dafür wird dann vor allem die Masse der „Arbeitnehmer“ mit bis zu 42 Prozent Lohn- und Einkommenssteuer zur Kasse gebeten und ein immer größerer Teil der Steuern über die Massensteuern erhoben. Während sich die eh schon Reichen bei der Abgeltungssteuer auf Kapitaleinkünfte mit 25 Prozent doch wahrlich bescheiden zeigen.

Wer sich darüber nicht nur aufregen, sondern dagegen aktiv werden will, der ist auf 11. Berliner Demonstration der bundesweiten Montagsdemonstration am 13. September um 11 Uhr auf dem Alexanderplatz genau richtig.

Grundsätzlich lösen lässt sich das Problem angesichts der Diktatur des allein herrschenden internationalen Finanzkapitals im Kapitalismus nicht. Denn der perverse Reichtum einer verschwindenden Minderheit kann nur durch die immer krassere Ausbeutung der überwiegenden Mehrheit der Menschheit und der Natur aufgehäuft werden. Erst eine sozialistische Gesellschaft ermöglicht es all ihren Mitgliedern, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Reichtum teilzuhaben.