Politik

Warum wir am 13. September zur Herbstdemo gegen die Regierung fahren

Eisenach (Korrespondenz), 08.09.14: Zur Mobilisierung für die bundesweite Herbstdemo am 13. September 2014 in Berlin erhielten wir folgende Zuschrift: "Wir erleben in Eisenach immer wieder, dass Passanten bei unserer Montagskundgebung stehen bleiben und meinen: 'Die Hartz-Gesetze kannst du nicht mehr abschaffen. Man kann doch auch einigermaßen damit leben.'

Überleben kann man mit Hartz IV sicher, aber ein richtiges Leben ist es nicht. Warum sollten wir akzeptieren, vom kulturellen Leben weitgehend ausgeschlossen zu sein, keine Urlaubsreisen machen zu können usw.?

Vor allem aber wäre es gefährlich, nur auf das persönliche momentane Überleben zu schauen. Die Verarmung entwickelt sich leise, genau wie eine Lawine, die erst harmlos als Schneeball anfängt und kein Problem zu sein scheint. Wenn man sie hört, ist es zu spät! Was meinen wir damit?

Erstes Beispiel: Die Altersarmut ist heute ein Minderheitenproblem, auch wenn die Zahl der Empfänger von Grundsicherung im Alter sich seit 2003 verdoppelt hat. Armut findet sich heute bei Kindern und Jugendlichen mit 18,9% oder bei jungen Erwachsenen mit 22,4% häufiger als bei Senioren mit 13,3%. Aber die Weichen sind schon gestellt, dass in den nächsten Jahren die Altersarmut sprunghaft steigen wird. Warum? Das Rentenniveau wird abgesenkt bis auf 43% vom letzten Netto, während der Bedarf für den Lebensunterhalt steigt, vor allem durch Miete und Nebenkosten. Gleichzeitig ist gerade die junge Generation zunehmend von Leiharbeit und Niedriglohn betroffen und kann nicht ausreichend in die Rentenversicherung einzahlen. Damit werden zukünftig immer mehr alte Menschen in die Grundsicherung fallen. Und das heißt auch, dass alle ihre Ersparnisse und Vermögen aufgebraucht werden müssen, bevor wenigstens diese 'Armutsrente' gezahlt wird.

(Teil 2 der Korrespondenz folgt morgen)

Brandaktuelle Infos der Koordinierungsgruppe Bundesweite Montagsdemo findet ihr hier